Die Distribution Emmabuntüs soll vor allem alte Rechner wiederbeleben und kommt bevorzugt auf gespendeten Computern in ärmeren Ländern zum Einsatz. Die neue Version bringt in erster Linie Erleichterungen für motorisch und visuell eingeschränkte Nutzer.
Auslöser war eine Anfrage der französischen Hilfsorganisation A.S.I YOVOTOGO. Dort wollte man 90 Computer an die Trainingscenter in Togo spenden, die körperlich beeinträchtigten Menschen helfen. Die Anregungen der A.S.I YOVOTOGO führten zu gleich mehreren Neuerungen in der Emmabuntüs Debian Edition 5 1.02.
Zunächst schufen die Entwickler ein neues Fenster, in dem sich zahlreiche Bedienhilfen aktivieren lassen. Unter anderem lässt sich eine Sprachausgabe und einen Screenreader zuschalten, sowie die Größe des Mauszeigers erhöhen. Darüber hinaus hat das Emmabuntüs-Team mehrere Anleitungen veröffentlicht, die unter anderem die Funktionen zur Barrierefreiheit vorstellen und den Screenreader Orca beschreiben. Diese Handbücher liegen allerdings derzeit ausschließlich in englischer und französischer Sprache vor.
Die Bedienungshilfen realisieren unter der Haube alte Bekannte. Neben dem Screenreader Orca kommt etwa die Sprachausgabesoftware Svox-Pico zum Einsatz. Der Fenstermanager Compiz mit seinem Accessibility-Modul kann unter anderem den Bildschirminhalt vergrößern. Die Maus lässt sich über MouseTweaks anpassen und über den Ziffernblock auf der Tastatur steuern.
Um elektronische Bücher im ePub- und Daisy-Format kümmern sich der eBook-speaker und der Daisy-player. Kiwix wiederum liest Wikipedia-Artikel vor. Elograf schreibt Diktate auf, während sich Braille-Bücher mit NatBraille erstellen lassen. Ocrizer wandelt gescannte Seiten in Texte um, die sich mit LibreOffice bearbeiten lassen.
Darüber hinaus ersetzt GRUB-PC das zuvor genutzte Syslinux, Evince kommt für qpdfview und der Galculator geht für den Gnome Calculator. Die drei Neulinge sollen eine bessere Barrierefreiheit bieten als ihre jeweiligen Vorgänger.
Neben den Accessibility-Funktionen hat das Emmabuntüs-Team zahlreiche Softwarepakete aktualisiert. Als Basis dient jetzt Debian 12.6 (alias Bookworm), ins Internet geht Firefox 115.13.0esr. Um das ISO-Image unter 4 GByte zu halten, mussten Tuxguitar, DarkTable und SuperTux2 von Bord gehen.




