Alibaba erstellt Entwicklungsplattform für RISC-V-SoCs

Mit der Plattform Wujian 600 hat das Unternehmen bereits ein eigenes RISC-V-SoC erstellt. Das sollen nun auch andere können.

Das vor allem als Cloudhoster bekannte chinesische Unternehmen Alibaba hat eine Entwicklungsplattform für SoCs mit der freien Befehlssatzarchitektur RISC-V angekündigt. Die Plattform mit der Bezeichnung Wujian 600 solle das Erstellen der Chips “effizient” und “kostengünstig” ermöglichen, heißt es in der Ankündigung. Damit erstellte Chips seien etwa für Edge-KI gedacht.

Wujian 600 stammt von der hauseigenen Hardwaresparte T-Head. Die Plattform umfasst den Angaben zufolge vor allem verbesserte CPU-Fähigkeiten, eine heterogene Architektur für hohe Leistungen im Embedded-Bereich sowie einen optimierten Software-Stack. Letzterer wiederum soll dabei helfen, mit der Plattform erstellte Produkte schneller auf den Markt zu bringen.

Um die Leistungsfähigkeit von Wujian 600 zu zeigen, erstellte T-Head damit ein eigenes SoC: TH1520. Das umfasst eine Quadcore-CPU mit Xuantie-C910-Kernen bei bis zu 2,5 GHz Takt, eine NPU 4 TOPs, Speichercontroller für LPDDR4X mit bis zu 4266 MT/s sowie weitere I/O-Schnittstellen und ein Trusted Execution Environment (TEE).

Die genutzten CPU-Kerne präsentierte Alibaba bereits im Jahr 2019 und stellte sie Ende vergangenen Jahres als Open-Source-Design bereit.

Die Plattform Wujian 600 soll so leistungsfähige Chips ermöglichen, dass damit auch Linux-Desktop-Systeme mit Firefox und Libreoffice genutzt werden könnten. Informationen zur Verfügbarkeit oder weitere Details zu der Plattform selbst gab Alibaba nicht bekannt.

Im Github-Repository von T-Head findet sich seit Jahren aber eine Open-Source-Variante der Plattform Wujian 100, mit der Mikrocontroller erstellt werden können. Möglicherweise folgt später also auch die Offenlegung von Wujian 600.

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