Transparenzbericht: Behördenanfragen oft mit Formfehlern

Der Transparenzbericht von Mailbox.org und JP Berlin zeigt nicht nur, wie oft Behörden auf private E-Mails zugreifen wollen, sondern auch, dass sie häufig nicht wissen, wie solche Anfragen funktionieren und Mails mit sensiblen Daten nicht verschlüsseln.

Laut einer Pressemitteilung erhielten die E-Mail-Provider Mailbox.org und JP Berlin, beide gehören zur Heinlein Support GmbH, im Jahr 2017 insgesamt 38 Anfragen von Strafverfolgungsbehörden. Dabei handelte es sich um 30 Bestandsdatenabfragen und acht Anfragen zur Telekommunikationsüberwachung (TKÜ).

Mehr als die Hälfte dieser Anfragen (22) enthielten demnach Formfehler oder waren rechtswidrig. So baten die Behörden zum Beispiel um Informationen, die nicht zu den Bestandsdaten gehörten. Zudem listeten sie zum Teil die Daten der Personen auf (Name und Wohnort), gegen die sich das Verfahren richtete. Die aber darf weder der Provider kennen, noch dürfen sie über das Internet verschickt werden.

In der Regel unverschlüsselt

Und verschickt wurden die Daten im Regelfall unverschlüsselt und damit unsicher. Nur in einem einzigen Fall wusste eine Bundesbehörde, wie eine PGP-verschlüsselte E-Mail korrekt zu versenden ist. Immerhin wurden 20 der 22 abgelehnten Anfragen anschließend ohne Formfehler neu eingereicht, zwei davon wurden dauerhaft abgelehnt. Neben 37 deutschen fragte dabei auch eine EU-Behörde Daten bei den E-Mail-Anbietern ab.

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