Die österreichische Linbit GmbH hat das Geschäft um ihr Hochverfügbarkeits-Kernelmodul DRBD (Distributed Replicated Block Device) in eine eigene Firma ausgelagert.
Die Wiener Linbit GmbH ist seit 2001 jährlich zweistellig gewachsen, melden die Gründer der Open-Source-Entwicklerfirma. Deshalb lagern sie mit Wirkung von Juli alle Produkte um die High-Availability Software DRBD in eine eigene GmbH aus (Linbit HA-Solutions GmbH). Für die Ausgründung peilen die Manager ein ehrgeiziges Wachstumsziel im dreistelliges Bereich an.
Eine weitere Ausgründung ist die HA-Solutions Tochter Linbit Incorporation in Wilmington, Delaware. Damit lässt sich die Linux-Firma mit einem kleinen Office in einem der winzigen US-Ostküstenstaaten nieder, ins Landesinnere begrenzt von New Jersey, Pennsylvania und Maryland. Geschäftsführer ist für beide Neulinge bis auf weiteres der bisherige kaufmännische Geschäftsführer der Quellfirma, Gerhard Sternath. Die technische Leitung aller Firmen behält bis auf weiteres der bisherige CTO Philipp Reisner. Die Linbits beschäftigen insgesamt rund 20 Mitarbeiter.
Das Herz der Linbit und ihrer neuen Firma HA-Solutions ist das Kernelmodul DRBD (Distributed Replicated Block Device, aktuelle Version: 8). Seine Grundlage entstand im Rahmen der Diplomarbeit von Linbit-CTO Philipp Reisner. Die leitende Entwicklung für Version 9 hat kürzlich der aus Deutschland stammende Lars Ellenberg übernommen, der seit mehreren Jahren bei Linbit ist. Im Gespräch mit Linux-Magazin Online erklärt er, dass die Software die gleiche Aufgabe habe wie ein Festplattenspiegel: Daten, die auf einem Rechner geschrieben werden, repliziert sie live auf einen weiteren Rechner. Auch ein Cluster-Dateisystem sei möglich, wenn man den Spiegeldatenspeicher aktiv setzt, sagte Ellenberg, der Zugriff also auf beiden Seiten lesend und schreibend möglich ist. Als weiteres Einsatz-Szenario nannte er einen SAN-Alternativbetrieb, indem man die DRBD-Rechner als iSCSI-Target nutzt. Auch ein Live-Hardwareupdate ist denkbar, indem der eine Rechner alle Daten verfügbar macht, während in den anderen aufrüstende Bauteile wandern.



