Die Gartner-Marktzahlen für 2007 sagen, dass Hersteller von Security-Software weltweit rund 20 Prozent mehr Umsatz machten als 2006, allen voran mit E-Mail-Security. Außerdem werde Microsofts Eintritt in den Verbraucher-Sicherheitsmarkt auch im professionellen Bereich die Preise sinken lassen.
Etwas mehr als zehn Milliarden US-Dollar nahmen die Security-Softwarehersteller im Jahr 2007 insgesamt ein, 2006 waren es noch knapp neun Milliarden. Die Analysten des US-Marktforschers Gartner meinen, dass vor allem Kombinationen mit Hardware gut angekommen sind, und zwar Appliances für E-Mail-Sicherheit und solche für sicheren Web-Zugang. Marktführer sind nach wie vor die Kalifornier Symantec (Marktanteil 27 Prozent, minus drei) und McAfee aus Irland (Marktanteil zwölf Prozent). Der Markt in Lateinamerika wuchs am stärksten, um mehr als 40 Prozent, dicht gefolgt vom Nahen Osten mit 35 Prozent. Die zahlungsfreudigsten Abnehmer sitzen aber nach wie vor zu 48 Prozent in Nordamerika und zu 32 Prozent in Westeuropa.
Die Konkurrenz bei etablierten Standalone-Produkten wie Antivirus-Software lasse die Preise hier sinken. Speziell Microsofts Produkte für Endanwender-Schutz, so Gartner, werde das weiter vorantreiben und sich über den SOHO-Bereich (Small Office/Home Office) in den SMB-Markt (Small/Medium Business) ausbreiten. Neue Pakete und Preisniveaus werden bestimmte Formen der Rechnersicherheit so allgegenwärtig werden lassen wie PCs. Bei den umsatz- und marktanteilsmäßig größten sechs Unternehmen ist Microsoft aber nicht dabei.
Während die Marktanteile relativ gleich blieben, konnten alle Beteiligten ihren Umsatz erhöhen. Nur IBM und EMC, die nach Symantec, McAfee und Trend Micro (knapp acht Prozent) die größten Stücken vom Kuchen haben, konnten ihren Marktanteil erhöhen. Bei IBM stehen nur ein paar Prozentpunkte hinter dem Komma mehr (5,8 statt 5,3 Prozent), aber das stattliche Umsatzwachstum von 30 Prozent lässt sich sehen: von 460 auf 600 Millionen US-Dollar. Der Storage-Spezialist EMC aus Massachusetts erhöhte seinen Marktanteil auch nur um drei Punkte auf vier Prozent. Seinen Umsatz konnte er mit gut 400 Millionen US-Dollar mehr als verdreifachen. Entsprechend gute Geschäftszahlen wies EMC im vergangenem Jahr vor (Meldung), zuletzt meldete die EMC-Abteilung VMware im ersten Quartal 2008 spektakuläre 70 Prozent Umsatzsteigerung (wir berichteten).
2007 war demnach ein gutes Jahr für Sicherheits-Software, so die Gartner-Analysten: Dafür seien vor allem der Zwang zum Einhalten von Regularien, Datenlecks und Datenschutz verantwortlich. Spam und Schadprogramme belasteten die Unternehmen: Der Markt für E-Mail-Sicherheit wuchs um 45 Prozent, der Bereich Security Information and Event Management (SIEM) um 32 Prozent. Am wenigsten Bewegung gab es im professionellen Bereich bei Einzellösungen Antivirus-Software und Web-Access-Management. Die Unternehmen schützen sich lieber mit großen, integrierten Sicherheitslösungen. Neben Schutzbedürfnis und gesetzlichem Zwang ist Sicherheit auch als Unternehmenswert ein Motor für Ausgaben im Sicherheitsbereich, schließen die Marktforscher ihren Bericht.



