Der US-amerikanische Kommunikationsanbieter Cisco Systems arbeitet an einem neuen Messaging-Protokoll namens Etch; die SOAP-Alternative soll unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden.
Wie das US-Magazin CIO berichtet, wurde das Netzwerkprotokoll auf einer Entwicklerkonferenz als Bestandteil der neuen Version 2.5 von Ciscos Entwicklungsumgebung Unified Application Environment (CUAE) vorgestellt. Als Vorteil von Etch verspricht der Hersteller vor allem weniger Overhead als die Alternativen wie SOAP bei gleichzeitig mehr Funktionalitäten und höherer Leistung. In dem SOAP-Protokoll wird geregelt, wie Daten zwischen Systemen ausgetauscht werden, wie die Daten abzubilden und zu interpretieren sind. Diese Aufgabe sollte das neue Cisco-Protokoll Etch zunächst nur in der hauseigenen Entwicklungsumgebung CUAE 2.5 übernehmen, nun will Cisco den Einsatz ausweiten und Etch grundsätzlich als Standard für Client/Server-Applikationen nutzen. Einen wesentlichen Unterschied zu SOAP beschrieben Cisco-Mitarbeiter so: Das Messaging-Protokoll SOAP nutzt eine relativ komplizierte WSDL-Datei, um die Oberfläche zwischen Client und Server zu beschreiben. Dies wiederum mache es relativ komplex und verursache Overhead. Mit Etch soll dies anders sein, weil das neue Cisco-Protokoll hierfür eine Datei in Ciscos Interface Definition Language (IDL) einsetzt, die ähnlich einer Java-Datei ist.
Etch soll unabhängig von Programmiersprache, Plattform und Transportweg arbeiten und in der ersten Version C# und Java unterstützen, mit dabei ist eine Integration in die Entwicklungsumgebungen Visual Studio und Eclipse. Bereits in Planung ist die Untersüttzung von Ruby, Python und C. Aktuell ist Etch im Betatest. Im Juni will Cisco bekanntgeben, unter welcher Open-Source-Lizenz das Protokoll veröffentlicht werden soll. Zur Diskussion stehen die General Public License (GPL) und Varianten, die für kommerzielle Entwickler weniger restriktiv sind wie die Mozilla- oder Apache-Lizenz.



