Sun Microsystems geht erneut einkaufen: Die jüngste Neuerwerbung soll Innotek sein, der Hersteller der Open-Source-Virtualisierung Virtualbox.
Laut einer aktuellen Pressemeldung hat Sun Microsystems den Aktionären von Innotek ein Übernahmeangebot gemacht, ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Beeindruckt hat das junge deutsche Virtualisierungsunternehmen seinen Aufkäufer mit der Zahl von mehr als vier Millionen Downloads seit der Freigabe des Codes im Januar 2007 (Linux-Magazin Online berichtete). Virtualbox soll Teil von Suns Virtualisierungsstrategie werden, die das Unternehmen im November 2007 unter dem Namen Sun xVM der Öffentlichkeit vorstellte. “Virtual Box ist die perfekte Ergänzung zu unserem kürzlich angekündigten Produkt Sun xVM Server”, sagt Rich Green, Vizepräsident von Sun Software, und weiter: “Es wird sich perfekt in die anderen Entwickler-zentrierten Aktivposten des Unternehmens einreihen wie GlassFish, OpenSolaris, OpenJDK und bald MySQL.” Er sieht Suns xVM-Server im Kern des Data-Center und bezeichnet Virtualbox als das passende Gegenstück für Laptop oder Desktop. Sun xVM basiert auf der freien Virtualisierungstechnologie Xen, die von Sun für die eigenen Lösungen angepasst und optimiert wird.
Einzelheiten über den Kauf oder ein Kaufpreis wurden noch nicht genannt. In der Pressemitteilung heißt es jedoch, dass sich die Transaktion nicht auf Suns Gewinnanteile pro Aktie auswirken wird. Der Kauf soll im Lauf des dritten Geschäftsquartals 2008 abgeschlossen werden, nach der Sun-Fiskalrechnung wäre dies Ende März.
Damit ist Innotek nach MySQL innerhalb kurzer Zeit die zweite Open-Source-Firma auf der Einkaufsliste von Sun Microsystems. Am 16. Januar hatte Sun den Kauf des Unternehmens hinter der Open-Source-Datenbank MySQL bekanntgegeben, der Kaufpreis hier betrug eine Milliarde Dollar.
Virtualbox umfasst weniger als 20 MByte und kann auf der Projektseite heruntergeladen werden. Virtualbox unterstützt als Gastbetriebssysteme Windows 3.1 bis Vista, Linux Kernel 2.2, 2.4 und 2.6, Solaris x86, OS/2, Netware und DOS.



