Das US-amerikanische Unternehmen Wind River Systems erfüllt als erster kommerzieller Anbieter die Anforderungen von Carrier Grade Linux (CGL) 4.0 der Linux Foundation.
Die Spezifikation CGL 4.0 ist ein Standard der Linux Foundation, der in rund 250 Richtlinien die Anforderungen an ein Linux für die Telekommunikationsbranche regelt. Verabschiedet wurde die aktuellste Version Anfang März 2007.
Der kalifornische Embedded-Anbieter Wind River ist nun das erste Unternehmen, das mit seiner hauseigenen Platform for Network Equipment, Linux Edition 2.0 alle 135 Pflichtkriterien der obersten Prioritätsstufe erfüllt. Die betreffende Linux-Version von Wind River ist speziell für die Zielgruppe der Netzwerkanbieter gedacht. Die Anforderungen dieser Branche an ein Betriebssystem sind sehr hoch, weil große Datenmengen und umfangreiche Stimmübertragungen hohe Lasten bringen und enorme Bandbreiten erfordern. Die insgesamt 250 Einzeldefinitionen sind in sieben Schlüsselkategorien unterteilt: Verfügbarkeit, Clustering, Wartungsfähigkeit, Leistung, Standards, Hardware und Sicherheit. Jede einzelne Richtlinie wird dann nach Priorität eingestuft als “verbindlich”, “erwünscht” oder “in Planung”.
Für Wind River ist völlig klar, welche Vorteile Carrier Grade Linux den Herstellern von Telekommunikationseinrichtungen bietet und beschreibt diese in ihrer Pressemitteilung: Die CGL-Spezifikation bietet eine in sich konsistente Linux-Plattform mit bekannten Funktionalitäten, die auf die unterschiedlichen Anforderungen von Netzwerken ausgelegt ist. Zudem bietet die CGL eine breite Hardware-Unterstützung für Carrier-Grade-Anbieter. Die CGL-Spezifikation existiert seit 2002 und wurde seitdem immer wieder aktualisiert. Mittlerweile dient die CGL als Basis für Netzwerkausstattung nach dem Standard ATCA (Advanced Telecommunications Computing Architecture).
Die CGL-Spezifikation ist zugleich Grundlage für das Linux-Profil der Scope Alliance. Diese wiederum bietet Netzwerk-Anbietern Richtlinien für offene Standards und gab beim Entwurf der CGL 4.0 Hilfestellung bei der Priorisierung der Richtlinien.



