Der Jahresbericht des Bundesrechnungshofes schildert auf 274 Seiten wo Behörden Steuergelder verschwendet haben. Bei den Ausgaben für die IT rügt der Bericht, dass bei der Software-Ausstattung keine Open-Source-Alternativen geprüft worden seien.
So kritisiert die Behörde auf Seite 233 des PDF-Dokuments Bemerkungen 2007, dass die etwa 300.000 Rechner der Bundesverwaltung regelmäßig auf neue Versionen des Marktführers aktualisiert wurden, “Alternativen […] wurden nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen”. Wenn überhaupt, seien bei Aktualisierungen die etablierten Hersteller herangezogen worden, ohne Open-Source-Alternativen zu prüfen, obwohl Open-Source-Software “beliebig und ohne Zahlungsverpflichtungen gegenüber einem Lizenzgeber kopiert, verbreitet, verändert und genutzt werden darf.”
Auf Anregung des Rechnungshofes habe die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnologie (KBSt) zumindest einige Empfehlungen des Bundesrechnungshofes aufgegriffen, etwa in puncto Standardisierung von Software und Bewertung von Alternativen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Die Fachkompetenzen zum Thema Open-Source seien gestärkt worden, ein Competence Center zum Thema “Open Source” befände sich im Aufbau.
Die Behörde kritisierte die KBSt zugleich. Ihr Material sei nicht auf dem neuesten technischen Stand und gehe nicht auf die Bedürfnisse in der Praxis ein – so etwa der Migrationsleitfaden. Beratungs- und Unterstützungskompetenzen müsste die Behörde weiter ausbauen. Zudem seien vorhandene Pilotprojekte in der Open-Source-Migration zu wenig herangezogen worden.
Wie groß die Auswirkungen dieser Vorschläge sein werden, bleibt offen: Die Behörde stellt den Bericht dem Parlament und der Regierung vor. Bindend sind die Vorschläge allerdings nicht.



