Für Gerüchte und Spekulationen rund um den freien Dokumentstandard Open Document Format ODF sorgt derzeit eine Organisation namens Open Document Foundation. Führende Mitarbeiter der ODF-Alliance halten die Bedeutung der Organisation für überschätzt.
Die Open Document Foundation ist ein Gruppierung, die sich selbst zur Aufgabe gesetzt hatte, den Dokumentstandard zu unterstützen. Über Blogeinträge und Medien kritisiert die Institution derzeit die Entwicklung des Standards und deren offizielle Vertreter und droht damit, seine Unterstützung für das populäre Format zugunsten des WWW-Standard CDF zu entziehen. Auf Nachfragen von Linux-Magazin Online meint Marino Marcich, Geschäftsführer der ODF Alliance, zu der aktuellen Diskussion: “Die Diskussion ist mir bekannt, das ist nichts weiter als ein Kratzer an der Oberfläche. Die Open Document Foundation hat einen Vorschlag beim Komitee eingebracht, der wurde vom Komitee diskutiert und abgelehnt”, und weiter: “ODF wird von so vielen Unternehmen und Organisationen unterstützt, wie beispielsweise IBM. Würden wesentliche Vertreter eine ähnliche Kritik äußern, hätte das eine andere Bedeutung.” Auch Rob Weir, IBM-Mitarbeiter und ODF-Unterstützer hatte diesen Vorgang bereits in seinem Blog ausführlich kommentiert. Er vertritt die Meinung, dass die Open Document Foundation aufgrund der Namenswahl in ihrer Bedeutung überschätzt würde: “Obwohl sie keine offizielle Rolle beim ODF-Standard übernehmen, öffnet dieser Name Türen.” Bissig registriert er die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird: “Nicht schlecht für zwei Jungs ohne Garage.”
Sam Hiser, Vizepräsident der Open Document Foundation hatte in seinem Blog unter anderem kritisiert, dass der Dokumentstandard ODF nicht ausreichend auf das konkurrierende Microsoft-Format OOXML aus Office 2007 abgestimmt werde. Rob Weir widerlegt die selbst ernannten Sprecher ausführlich in einzelnen Punkten und schreibt ironisch: “Ich finde diese Beobachtung amüsant. ODF begann seine Standardisierungbemühungen gegen Ende 2002, und war nicht darauf ausgerichtet mit Office 2007 kompatibel zu sein. Meine Güte, wie konnten wir das nur übersehen?!” Gegenüber Medien bestätigte auch IBMs Vizepräsident für Standards und Open Source, Bob Sutor, dass der Konzern den freien Dokumentstandard ODF weiterhin unterstützen wird.
Die Standardisierung durch die ISO-Organisation von Microsofts OOXML war vor kurzem im ersten Anlauf gescheitert. Das bereits zertifizierte Dokumentformat ODF hingegen entwickelt sich aktuell sehr erfolgreich (Linux-Magazin Online berichtetete hier und hier.)





