Die ODF Alliance meldet weltweit wachsende Unterstützung für den freien Dokumentstandard und verbucht die Monate September und Oktober als Rekordmonate für die Aufnahme von ODF in Software-Anwendungen.
Mit dem neuen Betriebssystem Leopard von Apple unterstützen nun mehr als zwei Dutzend Anwendungen aus den Bereichen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation den ISO-zertifizierten Standard. Die Non-Profit-Organisation nennt neben dem Mac-Betriebssystem auch IBMs Lotus Symphony, Softmakers Office 2008, Open Office 2.3, die Textverarbeitung Wordperfect Office von Corel in der aktuellen Beta-Version sowie den neuen Online-Wortprozessor von Adobe, Buzzword. Auch in Behörden und Regierungen hat ODF weitere Befürworter gefunden: Die Organisation verweist darauf, dass Open Document nun auch in Südafrika als Behördenstandard eingeführt werden soll (wir berichteten), und auch die Regierung der Niederlande diskutiert derzeit die Migration auf dem freien Standard.
Die ODF Alliance meldet auch, dass das zuständige Oasis-Komitee mittlerweile die Richtlinien zur barrierefreien Nutzung von ODF v1.1 (Accessibility Guidelines) zur öffentlichen Diskussion freigegeben hat. Bis zum 21. Dezember können Interessierte die Version 1.0 der Accessibility Guidelines für den freien Dokumentstandard ODF begutachten und Verbesserungsvorschläge einbringen. Mit diesem Regelwerk will die Organisation sicherstellen, dass behinderte Anwender mit Software- und Hardware-Hilfmitteln die Informationen in einem ODF-Dokument ohne Einschränkung nutzen können. Hierzu zählen beispielsweise besondere Eingabegeräte für Menschen ohne Hände oder Interpretationshilfen für Blinde, die in Dateien enthaltene Bilder beschreiben.
Die technische Organisation hinter dem Open-Document-Regelwerk OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) nutzt beim Erstellen ihrer offenen Standards häufig die öffentliche Meinungsbildung per Internet. Derzeit stehen auf der OASIS-Webseite neben den überarbeiteten ODF-Richtlinien auch der Entwurf für Genericode v1.0 vom Komitee für Code List Representation sowie ein Dokument zum Datenaustausch zur öffentlichen Durchsicht bereit.



