Als einer der ersten Hersteller setzt Motorola ein angepasstes Linux auf seiner IPTV-Empfangsbox VIP-1200 ein. Die nur in Nordamerika erhältliche Lösung kann auch mit geschützten Inhalten umgehen.
Auf der diesjährigen CeBIT war IPTV – Fersehen via Internet – eines der heißen Themen. Nach der Telekom mit ihrem Angebot T-Home bieten in Zukunft auch Arcor und Alice vergleichbare Angebote. Als Empfänger für die digitalen Programme in HD-Qualität stehen derzeit jedoch fast ausschließlich Empfangsboxen mit installiertem Microsoft Windows CE zur Verfügung, die nach Aussage von Benutzern alles andere als stabil und zuverlässig arbeiten. Eine Alternative bringt nun Motorola auf den Markt.
Auf der Set-Top-Box VIP-1200 will das Unternehmen die Plattform KreaTV einsetzen, die offene Schnittstellen verwendet. Die Software stammt vom Kreatel, einem Anbieter Linux-basierter Set-Top-Boxen, den Motorola im letzten Jahr übernommen hatte. Mit dem Angebot soll sowohl IPTV-Anbietern als auch Entwicklern die Chance geben werden, Hand in Hand Anwendungen anzupassen und weiterzuentwickeln.
Das auf den Boxen installierte System KreaTV arbeitet nach eigenen Aussagen mit verschiedenen Middleware- und Verschlüsselungslösungen zusammen, darunter jene marktbestimmende von Microsoft, auf die auch die deutsche Telekom setzt. Die Boxen bieten alle Funktionen, die auch ihre Windows-Pendants bieten, darunter ein elektronischer Programmführer (EPG) sowie zeitversetztes Fernsehen, das sogenannte Timeshift. Das System unterstützt Chipsätze von AMD, ATI, NEC, Sigma und STMicroelectronics.
Ob und wann die Box auch in Europa mit der Open-Source-Software zu haben sein wird, steht nicht fest. Die europäische Version VIP-1200e setzt noch auf Embedded Windows.



