Auf der Samba-Experience 2007 hat Julien Kerihuel, leitender Entwickler des Openchange-Projektes, eine erste Pre-Alpha-Version eines Evolution-Plugins sowie diverse Werkzeuge für den freien MAPI-Server vorgestellt.
Das Openchange-Projekt implementiert basierend auf Samba 4 einen freien Groupwareserver, der Clients wie Outlook nativ unterstützt. Er benutzt die Microsoft-Schnittstellen MAPI und NSPI, um den Clients E-Mail- und Kontaktdaten zur Verfügung zu stellen. Eine Änderung der Client-Konfiguration ist daher bei einer Migration nicht notwendig.
Openchange erweitert die Active-Directory-Funktionen von Samba 4 um Exchange-Attribute und -Klassen. Nach Angaben von Kerihuel wird 99% der MAPI-Kommunikation von der Windows-eigenen “Ecdorpc”-Funktion verarbeitet, mit “XOR 0x45” codiert, und seit Exchange 2003 auch komprimiert. Die genaue Abfolge der MAPI-Kommandos ist dabei sehr komplex, so dass sich die Entwickler mit Werkzeugen wie Mapitrace und Mapiprofile zu helfen wussten. Mapitrace präsentiert einen Mitschnitt der MAPI-Kommunikation in Text oder Flowcharts, Mapiprofile ermöglich Management und Anlegen von Exchange-Profilen per Linux-Befehlszeile.
Mehrfachen Szenenapplaus erntete Kerihuel für die Live-Demonstration der Outlook-Anbindung, des freien Kommandozeilen-Mailclients Openchangeclient und des Evolution-MAPI-plugins. All diese Tools befinden sich zwar noch im frühen Alphastadium, Version 1.0 wird jedoch für August erwartet. Betatester werden gesucht.



