Eine vom britischen Office of Government Commerce (OCG) angefertigte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Linux reif für den Servereinsatz ist, gegenüber der proprietären Konkurrenz Kosten spart und umweltfreundlicher sein kann als Windows.
Die Regierungsbehörde hat die Studie mit dem Ziel erstellt, Open Source Software (OSS) als Alternative zu proprietären Systemen zu bewerten. Drei Szenarien wurden einbezogen: Open Source Source-Software (OSS) auf dem Server, auf dem Desktop und für Geschäftsanwendungen.
Die Studie hat unter anderem herausgearbeitet, dass Linux mit weniger Arbeitsspeicher und langsameren Prozessoren zufrieden ist, um dieselben Aufgaben wie Windows zu erledigen. Die für die Studie zu Rate gezogene Industrie geht beim Einsatz von Windows von einem Hardware-Update im Rhythmus von drei bis vier Jahren aus. Linux dagegen komme mit sieben bis acht Jahren aus. Dadurch, so das OGC, erweisen sich Server mit Linux als Betriebssystem als ökonomischer und und wegen der geringeren Ansprüche an die Hardware auch als umweltschonender.
Auf dem Server und für Infrastruktur-Aufgaben stellt die Studie freier Software insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Sowohl bei Hardware-Kosten wie auch bei Lizenzgebühren seien erhebliche Einsparungen möglich, meinen die Autoren. Auch auf dem Desktop gebe es mittlerweile genügend Auswahl für Durchschnittsanwender, jedoch erfordere die Umstellung gute Planung und Schulung. Als größtes Hindernis für den Masseneinsatz von OSS gelten aber fehlende Geschäftsanwendungen und mangelnde Interoperabilität.
Grundsätzlich empfiehlt die Studie, dass Kommunen und Behörden den Einsatz von freier Software auf Servern prüfen sollten. Gleiches gilt auch für den Einsatz freie Software auf den Desktops – wobei auch Thin-Client-Lösung denkbar seien.
Von 2003 bis Mitte 2004 hatten Beauftragte der Regierungsbehörde gemeinsam mit den Unternehmen IBM und Sun in öffentlichen Einrichtungen Open Source Software in der Praxis getestet. Außerdem wurden für die Studie die Informationen von anderen Regierungsstellen in Großbritannien und Europa ausgewertet.




