Frankreich wählt Ubuntu

Ende 2006 hatte das französische Parlament beschlossen, die Computer der Abgeordneten auf Linux umzustellen, nun steht auch das System der Wahl fest: Ubuntu.

Bis Juni 2007 sollen 1154 Rechner von Windows auf das freie Betriebssystem umgestellt werden, so meldet die Ubuntu-Projektseite. Die französischen IT-Dienstleistungsunternehmen Linagora und Unilog sollen die Rechner der 577 Abgeordneten und ihrer Assistenten noch vor der nächsten Parlamentsperiode umrüsten.

Dass die Wahl auf Ubuntu fiel, wird mit der einfachen Bedienbarkeit begründet. Auch die Entscheidung der spanischen Regierungen in den Regionen Extremadura und Andalusien hätten als Vorbild gedient.

Anlass für die Entscheidung, die Rechner der Abgeordneten auf Open Source umzustellen, war die grundsätzliche Neuanschaffung der Hardware. Als Büroanwendung dient Open Office, als Webbrowser Mozillas Firefox. Zwei französische Abgeordnete hatten den Wechsel auf Freie Software initiiert. Die Entscheidung feierten sie als “ersten Schritt, die nationale und europäische Unabhängigkeit zurückzugewinnen.” Vor dem Beschluss wurde das Marktforschungsunternehmen Atos Origin mit einer Studie beauftragt, die zum Ergebnis kam, dass Freie Software alle Anwendungsbereiche für den Bedarf der Abgeordneten abdeckt und preiswerter sei.

In Frankreich ist dies das erste staatliche Projekt, in dem Desktop-Rechner vollständig auf Freie Software migriert werden. Auf den Parlamentsservern wird bereits der Webserver Apache und das freie Content-Management Mambo eingesetzt. Das französische Landwirtschaftsministerium hat auf den Servern komplett auf Freie Software umgestellt, die Gendarmerie und das Finanzministerium arbeiten bereits mit Firefox und Open Office.

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