Im Rahmen der Operation Onymous haben das FBI und Europol gemeinsam 414 versteckte Sites aus dem Tor-Netzwerk entfernt, die Geldwäsche und Schmuggel betrieben haben sollen und einige Betreiber verhaftet. Nun fragen sich die Tor-Entwickler, wie das wohl möglich war.
Sie waren von der Operation Onymous ebenso überrascht wie die meisten Nutzer, schreiben die Tor-Macher in ihrem Blog. Regierungsangehörige hätten in den letzten Tagen zahlreiche Tor-Relays beschlagnahmt, darunter drei Systeme von Torservers.net, mehr wisse man nicht und bitte daher um Hinweise.
Man sei insbesondere daran interessiert, zu verstehen, wie die Dienste lokalisiert wurden, denn Kriminelle und Geheimpolizei könnten diese Informationen ausnutzen, um Dissidenten zu schnappen. Zudem stelle man sich die Frage, warum die Operation Tor-Relays betroffen habe, wenn es doch eigentlich um Hidden Services gehe.
Man warte nun auf eine Anklageerhebung, bei denen es in demokratischen Ländern üblich sei, dem Richter die Beweise vorzulegen. Bis dahin könne man nur spekulieren. So könnten die Betreiber laut Tor-Projekt ihre Hidden Services unsicher betrieben haben. Auch SQL-Injections in die E-Shops der Seiten seien denkbar, ebenso eine Deanoymisierung der Kunden, die für ihre Zahlungen das Bitcoin-Netzwerk nutzen.
Es könne sich aber auch um einen Angriff auf das Tor-Netzwerk handeln, man habe Hinweise von einem Betreiber erhalten. Es gebe noch immer einige Möglichkeiten, solche Angriffe durchzuführen, erklären die Blogbetreiber und zählen einige davon aus. Alles in allem sei man überrascht, dass die Hidden Services noch am Leben seien, denn man habe wenig Zeit auf sie verwendet und die andere Seite bringe eine Menge Entschlossenheit und Ressourcen mit. Das Projekt denkt auch über ein Crowdfunding nach und bitte generell um Spenden und Hilfe bei den Code Reviews.




