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Ext-4-Anwender beklagen Datenverlust

Im Ubuntu User Forum berichten Anwender über Datenverlust beim Einsatz des Dateisystems Ext 4, Kernelentwickler Ted Ts'o bemüht sich bereits um Abhilfe.

Der Anwender meldet sein Problem mit Bug-Nummer 317781. Nach der Installation von Kubuntu Jaunty mit Ext4 berichtet er über Datenverlust: "Das erste Mal, als ich das Problem hatte, war das vor einigen Tagen, als nach einem Stromausfall Ktimetrackers Config-File durch eine 0-Byte-Version ersetzt wurde." Nach einem Systemabsturz trat das Problem erneut auf: "Nach einem sauberen Reboot war so ziemlich jede Datei, in die irgendeine Applikation während des vorigen Boots geschrieben hatte, nur noch 0 Bytes groß." Nach seiner Schilderung waren KDE-und Plasma-Konfigurationsdateien zurückgesetzt und MySQL-Datenbanken waren verschwunden. Weitere Anwender bestätigen diese Erfahrungen, und ein Benutzer ergänzt, er habe die gleiche Problematik bei einem Upgrade auf Ext 4 mit einer Gentoo-Installation.

Der Linux-Kernel-Entwickler Theodore Ts'o, federführend bei der Ext-4-Entwicklung, hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Zunächst war er sich über das Ausmaß der Diskussion nicht im Klaren, wie er schreibt: "Die kurze Antwort ist: (a) ja, das ist mir bekannt, (b) es gibt eine (Teil-)Lösung, (c) es ist noch nicht im Mainline-Kernel, und so weit ich weiß noch nicht in einem Ubuntu-Kernel, aber es steht zur Integration an mit dem nächsten Merge-Fenster nach den 2.6.29-Releases und (d) es ist tatsächlich mehr ein Problem des Applikationsdesigns als irgendetwas anderes.“

Der Kernel-Entwickler und Technik-Chef der Linux Foundation nimmt sich auf der Liste viel Zeit, seine Arbeit an Ext 4 und insbesondere die Herangehensweise an die Fehlerlösung zu erklären. Das Grundproblem sei eine zeitliche Verzögerung beim Schreiben der Daten von rund 60 Sekunden, so dass bei einem Systemabsturz diese verlorengehen können. Bei Ext 3 lag diese Zeitspanne nur bei 5 Sekunden, und Ts'o sieht die hohen Erwartungen, die dadurch gesetzt wurden: „Weil Ext 3 das vorherrschende Dateisystem für Linux wurde und sich Applikations-Entwickler und Anwender darauf verlassen haben, reagierten sie schockiert und verärgert, wenn ihr System abstürzt und sie Daten verlieren – obwohl POSIX so etwas nie garantiert hatte.“

Für die stets aktuelle Datensicherung empfiehlt Ts'o sowohl für Ext-3- wie Ext-4-Nutzer: „Wenn die Daten auf der Festplatte wirklich sicher sein sollen, sollte man "fsync()" oder "fdatasync()" benutzen.“ Und noch ein Seitenblick: Auf Linux-Magazin Online nannte Ts'o kürzlich in einem Video die Stabilität von Ext4 als Vorteil gegenüber dem experimentellen Btrfs.

(Britta Wülfing)
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Kommentare (1)
von
kirsche40,
12.03.2009 17:24
Meister Ts'o reagiert wie Greg Kroah-Hartmann
Wie bei KGHs gloreicher Abschaffung von CONFIG_USB_DEVICEFS [1] sind mal wieder die Anwendungsentwickler schuld. Lächerlich! Ein FS, welches ein delay von 60 Sekunden hat ist alles andere als brauchbar. Der Hinweis auf fsync() ist genauso albern, da das ja normalerweise implizit das FS erledigen sollte. Andernfalls braucht niemand ein FS, dass gerade durch das Delay so schnell wird. Da schlägt dann mal wieder das Zitat aus dem Unix Haters Handbook zu: "Sure It Corrupts Your Files. But Look How Fast It Is!" ...

Die Maintainer entfernen sich immer weiter von der Community und der Realität.


[1] https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=210899