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Adobe Alchemy erstellt Flashanwendungen mit C und C++

Unter dem Projektnamen Alchemy hat Adobe die Preview-Version eines kleinen Werkzeugs veröffentlicht, das C oder C++ Code in ein Programm für die Actionscript Virtual Machine (AVM2) übersetzt. Dieses führen wiederum der Flashplayer 10 und die Adobe-AIR-Umgebung ab Version 1.5 aus.

Adobe möchte mit Alchemy insbesondere die Portierung von bestehenden, betriebssystemunabhängigen C und C++ Bibliotheken anregen und deren Funktionen so auch in Web-Anwendungen verfügbar machen. Im Auge haben die Entwickler dabei vor allem Bibliotheken, die zeitaufwendige oder komplexe Berechnungen durchführen, wie beispielsweise Audio- und Videotranskodierung, das Parsen von XML-Daten oder kryptographische Funktionen. Die so auf die Flash-Plattform geretteten Funktionen lassen sich dann wiederum aus Actionscript 3.0 heraus nutzen und auf diese Weise zu einer kompletten Flash-Anwendungen formen.

Ein mit Alchemy übersetztes Programm soll laut Adobe etwas schneller ablaufen, als ein entsprechendes Actionscript. Aufgrund der Funktionsweise von Flash mit seiner virtuellen Maschine arbeitet es jedoch zwangsweise um zwei bis zehn mal langsamer als echter C/C++-Code. Im Gegenzug profitieren die übersetzten Bibliotheken von den in Flash eingebauten Sicherheitsmechanismen, etwa der Sandbox.

Wer mit Alchemy experimentieren möchte, findet auf den Projektseiten ein kostenloses und circa 46 MByte großes Paket für Linux. Vor dem Download muss man allerdings der proprietären Alchemy-Lizenz zustimmen. Das zugehörige Wiki stellt einige Beispielbibliotheken bereit und ermuntert Entwickler, ihre portierten Bibliotheken mit anderen zu teilen. Als Voraussetzungen nennt die Homepage des Projekts Java ab Version 1.4, Perl (mit Compress::Raw::Zlib) und den Flashplayer 10.

Adobe selbst betrachtet Alchemy zunächst als reines Forschungsprojekt und verweigert jeglichen Support. Ebenfalls ist unklar, ob das Werkzeug jemals seinen BETA-Status verlassen wird. Dies hängt wohl maßgeblich vom Interesse der Anwender und somit dem Feedback ab, um das Adobe ausdrücklich bittet. Aufgrund seines frühen Entwicklungsstadiums sollte man zudem die übersetzten Ergebnisse noch mit etwas Vorsicht genießen und zunächst nicht in produktiven Systemen, beziehungsweise Anwendungen einsetzen.

(Tim Schürmann)
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