Mit Jonathan Carter und Sruthi Chandran haben sich zwei Kandidaten für die Wahl zum Debian Projektleiter (DPL) beworben.
Jonathan Carter ist der amtierende Projektleiter, der sich erneut zur Wahl stellt. Der 39-jährige Carter will mehr Stabilität in das Projekt bringen und glaubt, in seiner ersten Amtszeit schon die Grundlagen dafür gelegt zu haben. Für seine zweite Amtsperiode, die bei Debian ein Jahr dauert, verspricht Carter mehr Transparenz. Insbesondere die Finanzen, aber auch die Mitgliederzahlen seien bei Debian nicht klar verwaltet und abzulesen. Außerdem will er eine Policy einführen, wie Deban-Mitglieder Gelder des Projekts verwenden können. Es sei den Debianern bisher nicht immer klar, wofür sie Geld bekommen können, etwa für Reisen und Projektaufgaben. Deshalb verzichteten viele darauf, überhaupt eine Erstattung ihrer Ausgaben anzufordern.
Nachdem es immer wieder Probleme mit der Organisationsform von Debian gebe, so Carter, schlage er zudem vor, Debian als in aller Form als Organisation anzumelden. Das Konstrukt mit der Verbindung zur Organisation Software in the Public Interest (SPI) sei nicht in allen Belangen tragfähig und gelte darüber hinaus in vielen Ländern wenig, wenn es etwa um Spendengelder gehe.
Mit Sruthi Chandran (33) aus Indien bewirbt sich auch eine Frau auf den DPL-Posten. Sruthi Chandran hat sich bereits 2020 als DPL beworben, ist in vielen Debian-Bereichen aktiv und betreut unter anderem die Pakete Gitlab, Gitaly und Rails. Sie ist außerdem Community-Teamdelegierte und Application Manager. Auch im Debconf-Team ist sie aktiv und würde das Team für die Debconf in Indien leiten, sollte die Konferenz dort im Jahr 2023 stattfinden.
Zu ihren Themen zählt sie auf ihrer Wahlplattform die Diversität. Als zweite Frau, die sich auf das Amt des DPL bewerbe und als erste und einzige Frau bei Debian aus Indien, liege ihr dieses Thema sehr am Herzen. Sie schlägt vor, das Diversity-Budget unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, warum die für Diversity eingesetzten Gelder nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Es gehe ihr aber nicht darum, blindlings Geld im Namen der Diversität einzusetzen. Zudem würde sie das inzwischen eingeschlafene Debian-Women-Projekt und das Diversity-Projekt, as ebenfalls nicht richtig Fahrt aufgenommen habe, gerne straffen und ein Delegierten-Team einführen, dass die Diversity-Aktivitäten von Debian koordiniert.
Ein weiteres Thema von Sruthi Chandran ist die Verbesserung der Einsatzbereitschaft von Debian. Die Bemühungen dahingehend seien weitgehend mit dem Google Summer of Code erschöpft. Sie habe einige Ideen, wie sich Debian besser engagieren könne.
Die Plattformen der beiden Kandidaten finden sich bei Debian. Die Projektleiterwahl ist mit der Veröffentlichung der Plattformen nun in eine dreiwöchige Kampagnen-Phase übergegangen, es folgt dann darauf schließlich die zweiwöchige Wahlphase, die am 17. April endet.


