Vor zehn Jahren, am 21. Oktober 2003, wurde der Xen Hypervisor auf dem 19. “ACM Symposium on Operating Systems Principles” der Öffentlichkeit als Open-Source-Projekt vorgestellt.
In diesen 10 Jahren hat Xen zwar Konkurrenz von KVM bekommen und eine größere Krise hinter sich gebracht, es gilt aber vielen heute wieder als eine der beiden großen quelloffenen Virtualisierungsalternativen. In einem Blogeintrag erinnert sich Lars Kurth an die Anfänge von Xen. Die lagen in den 90er Jahren an der Universität Cambridge, wo Xen im Rahmen des Forschungsprojekts Xenoserver entstand, das eine öffentliche Infrastruktur für Distributed Computing über WAN bereitstellen wollte, dass heute laut Kurth auch unter dem Namen Cloud Computing bekannt ist. Kein Wunder, dass Xen in der Cloud-Infrastruktur der Amazon Web Services und Rackspace zum Einsatz kommt.
Doch auch Selbstkritik lässt er nicht aus: Weil Xen ein konkurrenzloser Vorreiter war, habe man nicht genug für die Community getan, sich zu wenig bewegt. Das habe dazu geführt, dass die Xen-Community einen schlechten Ruf erhielt, auf der technischen Seite habe man den Linux Kernel, Qemu und die Distributionen vernachlässigt. Schließlich sei Xen als Dinosaurier betrachtet worden, unbeweglich und vom Aussterben bedroht.
Anders als andere Open-Source-Projekte habe man aber noch die Kurve bekommen, die Projektverwaltung optimiert, mit anderen Projekten zusammengearbeitet und neue Markting-Kampagnen gestartet. Auch die User und Zuarbeiter habe man aktiv eingebunden. Als Resultat dieser Anstrengungen wachse die Community wieder und sei vielfältiger als jemals zuvor. Zugleich erobere Xen neue Felder wie etwa Smartphones und In-Car-Infotainment-Systeme. Die Feier zum 10. Geburtstag fand allerdings schon etwas vorgezogen statt, im April auf dem Linux Foundation Collaboration Summit [Video].






