Das X2go-Projekt hat Pakete seiner Terminalserver-Software für Debians Testing-Zweig Lenny gebaut. Anlass dazu gab die Zusammenarbeit mit dem Projekt Linux4Afrika.
Das Entwicklungshilfe-Projekt des Freiburger Open-Source-Vereins FreiOSS versorgt afirkanische Schulen mit gebrauchten Rechnern samt Know-How und Linux-Installation fürs Klassenzimmer (siehe auch den Artikel “Im Land der Gnus”). Nun steigt Linux4Afrika von LTSP auf X2go als Terminalserver-Lösung um.
Linux4Afrika-Initiator Hans-Peter Merkel erläutert: “Durch die Kompression in X2go kann man im 100-MBit-Netzwerk an einen Server 30 statt bisher 20 Clients anschließen. Die Schulklassen in Tansania haben oft 60 Schüler. Nun können sie zu zweit statt zu dritt vor einem Rechner sitzen”. Zudem bietet X2go LDAP-Anbindung, was es für den professionellen Betrieb an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen interessanter macht.
Die Entscheidung für X2go bedeutete für Linux4Afrika die Trennung von Ubuntu als hauseigener Linux-Distribution, jedoch nur aus technischen Gründen: Die LDAP-Anbindung der Software verträgt sich nicht mit Ubuntu Server. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Ubuntu-Community sei immer gut gewesen, betont Merkel.
Das Bildungsprojekt setzt nun auf Debian, und zwar auf die kommende Version 5.0 mit dem Codenamen Lenny. Die Organisation, die in den letzten Monaten zwei afrikanische Praktikanten ausgebildet hat, möchte diese nämlich mit möglichst zukunftssicherem Wissen in den Alltagsbetrieb entlassen. Ende 2008 wird Linux4Afrika mit seinen afrikanischen Partnern rund 1000 Clients betreiben. Der nächste Container mit gespendeter und aufgearbeiteter Hardware geht am 17. Juli von Leipzig aus auf die Reise.
Heinz-Markus Gräsing von der städtischen IT Treuchtlingen und das X2go-Team halfen und erstellten die benötigten Lenny-Pakete. Sie stehen auf dem Download-Server des Projekts bereit. Eine Anleitung bei Linux4Afrika beschreibt die Installation.
Für X2go gibt es auch einen Windows-Client. Daneben bietet die Software ein interessantes Feature, das man sonst nur von Sun-Ray-Thinclients kennt: Die Benutzer melden sich mit einer Smartcard an, können diese abziehen, in einen anderen Client einstecken und dort einfach in ihrer bestehenden Sitzung weiterarbeiten. Weitere Informationen gibt es auf der X2go-Homepage.





