Nach Weston gibt es nun eine weiteres Wayland-basiertes Framework, das den Namen einer Nachbarstadt von Wayland trägt: Waltham. Das kümmert sich um Netzwerkkommunikation.
Pekka Paalanen stellte Waltham auf der Wayland-Mailingliste vor. Entstanden ist die Software in Zusammenarbeit mit Collabora, die Firma braucht Waltham für den Einsatz von Wayland in der In-Vehicle-Infotainment-Software von Kunden.
Waltham sei nicht die Wunderwaffe, um Wayland netzwerktransparent zu machen, gibt Paalanen zu. Allerdings könnte es sich für eine Software-Suite eignen, die Wayland-Anwendungen über das Netzwerk laufen lassen möchte. Tatsächlich sei dies der Kernpunkt der IPC: Sie wolle Wayland-Protokoll-Erweiterungen spiegeln, um die netzwerk-inkompatiblen Teile zu ersetzen.
Wie Wayland arbeitet Waltham objektorientiert und asynchron und ist in Form von XML-Dateien definiert, die sich per Code-Generator in C-Code für Server- und Client-Anwendungen übersetzen lassen. Wer Wayland-Protokolle schreiben könne, werde mit Waltham eine Probleme haben, schreibt Paalanen. Um als Netzwerk-IPC zu funktionieren, weise Waltham aber auch ein paar Unterschiede zu Wayland auf, die sich bei der Arbeit mit Wayland herauskristallisiert hätten.
So verwendet die Software TCP-Sockets zur Kommunikation, sendet keine File Descriptors, setzt ein minimales und zwischen Client und Server symmetrisches API ein, verzichtet auf einen Event-Loop und eine Registry für die Bibliothek. Nicht zuletzt fehlt der Multi-threading-Support um Objekte zwischen Threads zu teilen. Eingehende Nachrichten speichern Client und Server in Raw Data Buffers und verschicken sie, anders als Wayland, ohne Warteschlange.
Die aktuelle Implementierung lässt noch ein paar wichtige Design-Funktionen vermissen, so fehlen beispielsweise die Protokoll-Bindings für die Bibliothek, offen sei auch, womit man die Kommunikation absichern will. Der Einsatz empfehle sich daher nur in sicheren Netzwerken und abgesichert über Tunnel (etwa SSH). Die auf Github erhältliche Vorabversion sollte allerdings für erste Experimente genügen, glaubt Paalanen.






