Jeff Mahoney, bei Suse Vice President of Engineering for Linux und Mitglied im OpenSuse-Board hat einen Vorschlag zur künftigen Governance des Projekts vorgelegt.
Er habe bereits in den vergangenen Jahren und zuletzt auch auf den beiden jüngsten OpenSuse-Konferenzen die Notwendigkeit einer klareren und besser vorhersehbaren Führung innerhalb des OpenSuse-Projekts thematisiert, schreibt Mahoney an die Community. Dabei habe er auch angekündigt, einen konkreten Vorschlag als Grundlage für eine weiterführende Diskussion in der Community vorzulegen. Diese Ankündigung habe er nun wahr gemacht.
Der Vorschlag zur künftigen Governance des Projekts will Mahoney ausdrücklich als Diskussionsgrundlage verstehen. Er tritt nicht automatisch in Kraft, schreibt keine technischen Ergebnisse fest und lässt sowohl den bestehenden OpenSuse-Vorstand als auch dessen Satzung unverändert, stellt er klar. Ziel ist es vielmehr, eine gemeinsame Basis für den Austausch darüber zu schaffen, wie Entscheidungen getroffen, Blockaden aufgelöst und ein Projekt koordiniert werden können, das in den vergangenen Jahren deutlich an Umfang und Komplexität gewonnen hat.
Kern des Entwurfs seien mehrere strukturelle Anpassungen. Vorgesehen sei zunächst eine klarere Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten, die bislang überwiegend informell gehandhabt werden. Darüber hinaus soll ein technischer Lenkungsausschuss eingerichtet werden, der technische Leitlinien formuliert und bei fehlendem Konsens eine vermittelnde Rolle übernimmt. Ergänzend ist die Einführung eines Community- und Marketingausschusses geplant, der sich dem Wachstum der Community, der Pflege von Kommunikationsräumen sowie der Öffentlichkeitsarbeit widmet. Gleichzeitig soll die Autonomie der Maintainer ebenso gewahrt bleiben wie offene Beteiligungsmodelle und Community-Wahlen.
Mit diesen Ansätzen soll der Übergang von einer Governance, die sich vor allem aus Umfang oder Beständigkeit ableitet, hin zu einer Governance auf Basis von Legitimität, Transparenz und klaren Prozessen unterstützt werden, teilt Mahoney mit. Ziel sei es, Meinungsverschiedenheiten fair zu lösen und die Weiterentwicklung des Projekts zu fördern. Mehr Struktur und Vorhersehbarkeit könnten zudem den Einstieg für neue Mitwirkende erleichtern, ohne dass dafür die vollständige jahrzehntelange Projektgeschichte bekannt sein muss, und Entwicklerinnen und Entwicklern einen klareren Rahmen bieten, um sich gezielt einzubringen.




