“Hello everybody out there using minix…” Mit diesem Satz beginnt die Mail von Linus Torvalds an eine Newsgruppe von Minix-Nutzern. Er kündigte damals, am 25. August 1991 die Arbeit an einem freien Betriebssystem an. Das später Linux getaufte System feiert mit dieser ersten Erwähnung wohl seine Geburtsstunde.
Dass es mit dem von Torvalds entwickelten Kernel anders läuft, als der junge Finne sich in seiner Mail gedacht hat, just a hobby, won’t be big and professional like GNU“, ist inzwischen Geschichte. Der von Torvalds erfundene Linux-Kernel befeuert heute zahllose Server und PCs. Selbst Microsoft fühlt sich inzwischen bemüht, Linux nicht mehr als Krebsgeschwür anzusehen, wie der einstige CEO Steve Ballmer es 2001 ausdrückte, sondern es zu lieben, wie es in einer 2015 angestoßenen Kampagne vom neuen CEO Satya Nadella hieß. Und Letzteres aus gutem Grund: In der Microsoft-Cloud Azure laufen inzwischen mehr virtuelle Linux- als Windows-Maschinen. Der verliebte Software-Riese verdient mit Linux also gutes Geld.

Hat immer noch gut Lachen, Linus Torvalds, Linux-Erfinder und seit 30 Jahren Hüter seines Linux-Kernels.
Dass sich die Kernel-Entwicklung 30 Jahre lang unter der Obhut von Linus Torvalds abspielt, ist ein Jubiläum, das seinesgleichen sucht. Fast pünktlich alle zwei Monate erscheint ein Release. Torvalds pflegt die Änderungen höchst persönlich ein und gibt den Kernel frei. Die Kernel-Hacker liefern nahezu unbeirrt und regelmäßig ihr fast unglaubliches Pensum ab. Neben einer großen Schar von freiwilligen Entwicklern sind auch Firmen bemüht, am Kernel zu entwickeln und bezahlen dafür Programmierer.
Als Linus Torvalds am 17. September 1991 eine erste Version seines Systems online stellte, bei einem finnischen Hoster für frei angebotene Dateien, dürfte er die Folgen nicht geahnt haben. Mit der in der kommenden Woche erwarteten Version 5.14 des Linux-Kernels versorgt Linus Torvalds ein weltweites Ökosystem und einen Milliarden-Markt mit einem freien Betriebssystem.
Das Linux-Magazin hat schon zu 25. Geburtstag Stimmen aus der Community gesammelt, mit denen sich die dort vertretenen Wegbegleiter sich erinnern.




