Gefeiert als Sprung in eine neue Ära, erweist sich VSphere 4.0, der am Dienstag vorgestellte Nachfolger von VMwares Virtual Infrastructure 3.x bei etwas nüchterner Betrachtung zumindest als konsequenter Schritt in die eingeschlagene Richtung: Durch Konsolidierung und Automation auf der Basis einer Infrastruktur virtueller Komponenten hin zur IT-Dienstleistung aus der Steckdose.
Das Produkt, der hauseigenen Sprachregelung des Herstellers zufolge das erste Cloud-Betriebssystem, erweitert die bisherige Softwaregrundlage um eine Reihe interessanter Features. So wächst zum einen die Leistungsfähigkeit der virtuellen Maschinen: Statt bisher vier können sie nun acht virtuelle CPUs verwenden, statt bisher auf 64 nun auf bis zu 256 GByte Memory zugreifen, statt 9 nun 30 GBit/s Netzwerkbandbreite ausnutzen und statt zuvor 100.000 nun 300.000 I/O-Operationen pro Sekunde bewältigen.
Noch wichtiger sind aber sicher die architektonischen Erweiterungen, die den Aufbau eines virtuellen Mainframes aus Softwarekomponenten erlauben sollen. So ersetzt ein zentraler virtueller Switch pro Cluster, den die Firma Cisco in Gestalt ihres Produkts Nexus 1000V beisteuert, die bisherigen einzelnen Switche pro VM. Die virtuelle Netzwerkkomponente lässt sich nun wieder separat und getrennt von den virtuellen Servern administrieren. Weiter können nun nach dem Ausfall einer VM Schatten-Kopien dieser Instanz automatisch aktiviert werden, was eine HA-Cluster-Lösung ersetzen soll. Die eingesprungene Instanz fertigt außerdem wiederum von alleine neue Kopien von sich selbst an, um keinen Single Point of Failure entstehen zu lassen,
Besonderen Sicherheitsbedürfnissen kommen die VShielded Zones entgegen, die für eine Abschirmung der virtuellen Maschinen gegeneinander sorgen soll, die der einer Verteilung auf verschiedene physische Hosts gleichwertig sein soll. Eine so geschützte VM nimmt bei einer Migration auf einen anderen Host ihre Sicherheits-Policies mit, so dass der Schutz nicht verlorengeht.
Im Laufe des Jahres sollen weitere Management-Komponenten dazukommen, die etwa die Inbetriebnahme neuer virtuelle Maschinen in einer Art Selbstbedienung erlauben oder dem Nutzer einen Leistungskatalog offerieren, aus dem der betriebsfertige Lösungen wählt. Die Preise für die schönen neuen Virtualisierungsoptionen beginnen derzeit bei rund 800 Dollar pro CPU und reichen in der höchsten Ausbaustufe bis zu 3500 Dollar pro CPU.





