Der Virtualisierungsanbieter VMware kauft für rund 420 Millionen US-Dollar das Open-Source-Softwareunternehmen Springsource.
Springsource hatte erst im Mai die Firma Hyperic gekauft, Anbieter der gleichnamigen Monitoring-Software. Beide Unternehmen veröffentlichen ihre Software unter Open-Source-Lizenzen, VMware hingegen hat sich bislang nicht allzu offenherzig mit seinen Entwicklungen gezeigt. Durch die Übernahme soll sich an der Open-Source-Strategie nichts ändern. In der Erklärung heißt es: „VMware plant, die Prinzipien fortzuführen, die Spring-Source-Lösungen populär gemacht haben: die Interoperabilität von Spring-Source-Software mit einer breiten Palette von Middleware, und das Open-Source-Modell, das für die Entwicklergemeinschaft wichtig ist.“
362 Millionen US-Dollar vom Kaufpreis will VMware in bar begleichen, rund 58 Millionen sollen in Aktien und Optionen fließen. Die Eigner von Springsource haben der Übernahme bereits zugestimmt, der Kauf soll im dritten Quartal 2009 abgeschlossen werden.
Strategisch will VMware mit seiner Akquisition vor allem die Aktivitäten im so genannten Cloud Computing ausweiten. Hierbei werden Rechenleistungen nicht lokal installiert, sondern nach Bedarf aus dem Web bezogen. Den ohnehin etwas nebulösen Begriff der elektronischen Wolke weiten die Unternehmen in ihrer Pressemitteilung noch aus, indem sie „Lösungen (…) für die internen und externen Wolken-Architekturen“ als Arbeitsschwerpunkt für die gemeinsame Zukunft angeben.
Für die Vermarktung hat sich VMware gleichzeitig einen neuen Partner gesucht: Gemeinsam mit der Siemens-Tochter Siemens IT Solutions and Services sollen Kunden von den Segnungen des Cloud Computing überzeugt werden.
Nach Meinung von Experten ist das zur EMC-Gruppe gehörende Unternehmen VMware mit seinem Virtualisierungsangebot weiter unter Druck geraten, seitdem Microsoft Treiber seiner hauseigenen Virtualisierung Hyper-V unter der General Public License veröffentlicht hat. Das bislang erfolgsverwöhnte Unternehmen, das im Jahr 2008 Gewinnsteigerungen in Rekordhöhe vermelden konnte, musste 2009 einen Umsatzrückgang hinnehmen.



