Jon von Tetzchner, Mitgründer und CEO beim Browser Vivaldi ist davon überzeugt, dass das Surfen im Internet eine aktive Tätigkeit ist. Es gehe darum, zu suchen, zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden, schreibt Tetzchner. Deshalb werde Vivaldi keine KI einsetzen.
Jon von Tetzchner bemängelt: „Branchenweit werden künstliche Assistenten direkt in Browser eingebettet und als schnellerer Weg zu Antworten angepriesen. Google integriert Gemini in Chrome, um Seiten zusammenzufassen und in Zukunft tabübergreifend zu arbeiten und Websites im Namen des Nutzers zu navigieren. Microsoft bewirbt Edge als KI-Browser, einschließlich neuer Modi, die den Bildschirminhalt scannen und Aktionen vorhersagen. Diese Entwicklungen verwandeln die Adressleiste in eine Assistenzfunktion und machen aus der Freude am Entdecken passives Zuschauen.“
Für Vivaldi gelte die Aussage: „Wir beziehen Stellung, stellen Menschen über Hype und werden die Freude am Entdecken nicht in passives Zuschauen verwandeln. Ohne Entdeckungen verliert das Internet erheblich an Interesse. Unsere Neugierde verliert an Schwung und die Vielfalt des Internets stirbt.“
Dass der Bereich des maschinellen Lernens spannend bleibt und irgendwann zu Funktionen führe, die tatsächlich nützlich sind, lässt der Vivaldi-CEO offen. Man werde weiterhin einen Browser für neugierige Köpfe, Power-User, Forscher und alle entwickeln, die Wert auf Autonomie legen. Wenn KI zu diesem Ziel beitrage, ohne geistiges Eigentum zu stehlen, die Privatsphäre oder das offene Web zu gefährden, werden man sie einsetzen. Wenn sie Menschen zu passiven Konsumenten mache, werde man darauf verzichten.




