Visual Studio Code: Microsoft und Facebook wollen Remote-Entwicklung ausbauen

Facebook und Microsoft wollen gemeinsam die Remote-Development-Fähigkeiten der Open-Source-IDE Visual Studio Code ausbauen.

Die Remote-Development-Erweiterungen erlauben es unter anderem, Container, Remote-Maschinen und WSL (Windows Subsystem for Linux) als Entwicklungsumgebungen für Visual Studio Code zu verwenden. Ein Use Case, der offenbar bei Facebook auf Interesse stößt und nun zu einer Kooperation der am Projekt beteiligten Entwickler von Microsoft und Facebook führt.

Eine IDE für alle?

Die Entwickler von Facebook arbeiten bislang mit allen möglichen Entwicklungsumgebungen, inklusive Vim, Emacs, aber auch mit Facebooks Eigenentwicklung Nuclide, die auf dem Atom-Editor basiert.

Bereits seit Ende 2018 portieren Entwickler jedoch die Funktionen von Nuclide auf Visual Studio Code, zusammen mit einigen intern genutzten Erweiterungen. Künftig will Facebook, zu dem auch Instagram und Whatsapp gehören, Visual Studio Code zur Standard-Entwicklungsumgebung im Haus machen. Intern würden inzwischen bereits viele Entwickler VSC im Betaprogramm verwenden.

Noch scheint aber eine Baustelle offen zu sein: die direkte Arbeit auf entfernten Servern. Für viele seiner Entwickler reserviert Facebook Platz auf Entwicklungsservern im Rechenzentrum. Auf diesen reibungslos und performant arbeiten zu können, mit direktem Anschluss an die Produktionsserver, sei ein kritisches Ziel für die Produktivität.

Remote-Erweiterung

Remote Entwicklung scheint auch Microsoft für ein Thema zu halten. Jedenfalls veröffentlichte das Unternehmen im Mai 2019 die Remote Extensions. Die sollen es Entwicklern erlauben, auf demselben System zu entwickeln, auf dem sie ihren Code auch ausliefern. Das erlaubt es dann, auch auf performanterer Hardware zu arbeiten als die lokale Maschine.

Lokal lässt sich die IDE wiederum in eine Sandbox sperren, um der örtlich genutzten Konfiguration nicht in die Quere zu kommen. Dank des Einsatzes von Containern dürfen Developer auch Runtimes verwenden, die das Hostsystem nicht anbietet und diese bei Bedarf in unterschiedlichen Versionen. Windows-Anwender können über WSL für Linux entwickeln. Nicht zuletzt lassen sich die IDEs über verschiedene Maschinen erreichen. Microsoft hat mit den Erweiterungen bereits viele von Facebooks Eigenentwicklungen überflüssig gemacht, künftig wollen die beiden Unternehmen in Sachen Remote-Extension-Entwicklung zusammenarbeiten.

Direkt auf dem entfernten OS zu arbeiten, ist eins der Einsatzszenarien für die Remote Development Extensions für Visual Studio Code. (Quelle: code.visualstudio.com)

Unter anderem will Facebook VSC mit besserem Support für die vom Unternehmen entwickelten Sprachen Flow, Hack und Reason ausstatten. So wurde etwa das Language Server Protocol von Flow verbessert, zudem soll die intern verwendete Versionierung Mercurial besser in Visual Studio Code integriert werden. Da Microsofts IDE inzwischen Open Source ist, dürften davon am Ende auch Programmierer profitieren, die weder beim einen noch beim anderen Unternehmen arbeiten.

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