Ein Entwurf der Federal Communications Commision (FCC) sieht vor, mobile Datenverbindungen unter dem Begriff Breitbandzugang zusammenzufassen. Das würde viele Kunden in ländlichen Gebieten in eine schlechtere Position gegenüber den Providern bringen.
Wer auf dem Land lebt, hat oft nur begrenzten oder gar keinen Zugang zum schnellen Internet über eine Technologie wie Glasfaser oder DSL. In Amerika könnte sich die Position solcher Kunden verschlechtern, wenn ein Entwurf der Federal Communications Commision (FCC) durchgewunken wird. Dieser sieht vor, mobile Datenverbindungen ebenfalls als Breitbandzugang zu definieren, wobei das voraussetzt, das der Zugang eine Geschwindigkeit von 25 MBps im Download und 3 MBps im Upload ermöglicht. Kunden, die einen solchen Vertrag hätten, würden dann nicht mehr geltend machen können, dass sie keinen adäquaten Zugang zum Netz hätten, wodurch Kommunen die Argumentation für einen geförderten Ausbau wegbräche.
In der Realität, so argumentieren Kritiker, sei eine mobile Datenverbindung aber keineswegs von der gleichen Qualität, wie etwa ein Zugang über das Festnetz. Datenvolumen, Drosselungen und schlechte Verbindungen würden hier die Möglichkeiten der Kunden massiv einschränken. Gleichzeitig würden die Preise für die mobilen Zugänge oft viel höher liegen.
Aus Sicht der Provider fügt sich diese neu Regelung harmonisch in die erst vor kurzem erfolgte Aufhebung der Netzneutralität, nach der diese nun nicht mehr verpflichtet sind, Inhalt gleichberechtigt an die Kunde weiterzuleiten. Ajit Pai, im Januar 2017 von Donald Trump zum Vorsitzenden der FCC ernannt, sieht die Lage wie gewöhnlich entspannter: Seiner Ansicht nach, seien “Festnetz und mobile Datenverbindungen ohnehin das gleiche.” Der Ex-Verizon-Mitarbeiter, der nachwievor die Nähe zur Branche seines ehemaligen Arbeitgebers pflegt, hatte sich in der Vergangenheit schon öfters als harthörig gegenüber Gegenargumenten gezeigt und seine Kritiker in einem Video offen verspottet.



