Die USA galten lange als das Mekka der KI-Forschung. Sie ziehen auch noch immer Talente an, zahlen hohe Löhne und Vergünstigungen und locken mit vielen, global führenden KI-Unternehmen. Allerdings deutet eine Studie der Boston Consulting Group nun an, dass sich Veränderungen abzeichnen und Bewerber zunehmend verunsichert sind.
Grund sind die politischen Rahmenbedingungen, die die Trump-Regierung setzt. Das betrifft die Aussetzungen von F-1- und J-1-Visaprogrammen, die vorgeschlagene Einschränkungen bei den Arbeitsvisa (OPT) und drastischen Kürzungen bei den öffentlichen Mitteln für Forschung und Entwicklung, einschließlich einer vorgeschlagenen Kürzung um 56 Prozent bei der National Science Foundation. Von diesem Geld profitieren vor allem KI-Grundlagenforscher.
In der Folge erwarten Personalverantwortliche in den USA nach einer Umfrage eine leicht verringerte Zuwanderung und eine erhöhte Abwanderung von Talenten aus den USA. Aus Gesprächen mit Rektoren europäischer Universitäten ist bekannt, dass sich die Anfragen von US-Forschern vervier- bis verfünffacht haben.
Gleichzeitig will die EU-Kommission mit der Initiative “KI-Kontinent” Forscher aus anderen Ländern anziehen und halten, wofür sie unter anderem Stipendien und Ausbildungsplätze sowie Umschulungsmaßnahmen bietet. Frankreich und Großbritannien führen neue Forschungsmobilitätsprogramme ein. Japan, Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate bieten Standortvergütung und andere Anreize.
Die Studie warnt: “Das globale Kapital fließt dahin, wo Talente und Ideen Wurzeln schlagen. In der KI-Ära müssen die nächsten Entwicklungssprünge nicht notwendigerweise dort stattfinden, wo sich die letzten ereignet haben.”




