US-Senat erlaubt Providern, die Daten ihrer Nutzer zu verkaufen

Kommt ein neuer Beschluss der US-Regierung durch, dürfen die amerikanischen Provider zukünftig die Daten ihrer User kontrollieren, verkaufen und mit Werbung und eigenen Suchergebnissen “anreichern”.

Wer sich über seinen Rechner mit dem Internet verbindet, tut das in Deutschland, aber auch in den USA, üblicherweise über einen Internetprovider, beispielsweise über die Telekom, Vodafone oder 1&1. Verwendet der User kein VPN oder andere Schutzmaßnahmen, wissen die Provider quasi über all seine Schritte Bescheid, da über ihn sämtliche Internetanfragen laufen.

In den USA dürfen Provider die Daten ihrer User nur mit deren Zustimmung weitergeben. Das sieht eine Regel der Federal Communications Commission (FCC) vor, einer Regulierungsbehörde. Nicht nur will die Trump-Regierung nun diese Regel abschaffen, sondern es auch unmöglich machen, dass sich die FCC künftig für die Privatsphäre ihrer User einsetzt. Den Senat hat die geplante Gesetzesänderung nun passiert, die zweite Kammer im Kongress, das Repräsentantenhaus, müsste noch zustimmen, um die “Congressional Review Action Resolution” durch zu bringen.

Die Provider (ISPs) erhielten damit nicht nur die Möglichkeit, ihre User legal auszuspionieren, sondern könnten diese Tätigkeit auch in bare Münze umsetzen. Was das in der Praxis bedeuten könnte, erklärte die Electronic Frontier Foundation (EFF) Mitte März. Neben dem Verkauf der Daten an interessierte Dritte, können die Provider Suchanfragen übernehmen und mit eigenen Ergebnissen beantworten oder Werbeanzeigen in den Webtraffic injizieren. Sie können Software auf den Telefonen ihrer User vorinstallieren, die sämtliche besuchten URLs speichert sowie unsichtbare und nicht-löschbare Cookies für alle Nutzer setzen.

Dabei handelt es sich keineswegs nur um theoretischen Möglichkeiten, wie die EFF schreibt. Neben jedem Punkt listet die Organisation Provider auf, die diese Dinge bereits in der Vergangenheit getan haben.

[Update, 24.3.]: Überschrift präzisiert.

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Herbert
8 Jahre her

Also liebe Admins des Linux Magazins: Stellt eure Webseite auf SSL um, dann kann der ISP dort keine Werbung reinfummeln und sieht nur noch die angefragte Domain.

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