Ubuntu-Client für Berliner Verwaltung in Arbeit

Die IT-Beschaffungsstelle für Behörden ITDZ in Berlin arbeitet an einem Standard-Desktop mit Open-Source- und Microsoft-Software; Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung der Hauptstadt sollen die Linux-Lösung in naher Zukunft aus dem Katalog bestellen können.

Damit soll erstmalig ein Linux-Client in das Standardangebot Einzug halten, der den Microsoft-gewohnten Behördenmitarbeiteren ihre Anwendungen auf einer Open-Source-Basis liefern soll. Das integrierte Software-Paket hat das IT-Dienstleistungszentrum der Stadt Berlin in Zuammenarbeit mit dem Linux-Systemhaus LIS AG und Microsoft entwickelt und an den Anforderungen der Berliner Behörde orientiert. Möglich machte diese ungewöhnliche Zusammenarbeit die öffentliche Diskussion um den Einsatz von Open Source-Software: Auf Antrag der Grünen-Fraktion kam im Mai 2007 das Thema der Behördensoftware auf die Tagesordnung der Politiker. Auch wenn kein Einigkeit über eine Open-Source-Strategie erzielt werden konnte, wurde doch beschlossen, das Angebot für die Behörden um freie Software zu erweitern.

Bei der Entwicklung des Linux-basierten Standard-Clients war daher auch eine wesentliche Anforderung, dass die Lösung mit den Microsoft-Produkten im Einklang stehen sollte. Als Basis für das neue Software-Paket dient nun die freie Distribution Ubuntu mit der grafischen Oberfläche KDE, als Bürosoftware wird Open Office genutzt. Über einen Proxy als Vermittlungsstation werden bei Bedarf zusätzliche Dienste angefordert. Beispielsweise können die Arbeitsplatzrechner an das Internet, einen Microsoft Windows Server 2003 oder Exchange 2003 angebunden werden. Das Basismodul lässt sich auch an Microsofts Verzeichnisdienst Active Directory anmelden; damit wird es möglich, die Schnittstellen zentral zu sperren und freizugeben. Die Fachverfahren werden über das ITDZ zur Verfügung gestellt.

Nachdem der grundlegende Entwurf des Linux-Clients festgelegt wurde, sucht das ITDZ derzeit eine Behörde zum Praxistest. Das ITDZ nannte noch keinen Termin, wann die Pilotphase abgeschlossen sein soll und das Produkt im Beschaffungskatalog aufgenommen wird.

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