Ubuntu 12.04 Alpha 2 mit Unity 5.0

Die 2. Alpha von Ubuntu 12.04 ist zum Download bereit. Die fertige Variante erscheint offiziell im April.

Da es sich bei Ubuntu 12.04 um eine Version mit Long Term Support (LTS) handelt, wird auf die Server- und Desktop-Variante fünf Jahre Support erhalten. Einfacher wird diese Gewährleistung für die Entwickler, weil nun derselbe 64-Bit-Kernel für die Desktop- und Servervariante zum Einsatz kommt. Der Ubuntu-Kernel in Version 3.2.0 basiert auf dem Vanilla-Kernel 3.2.2 und verbessert unter anderem das Aufspüren der Stecker von Audiogeräten. Die Alpha soll stromsparender sein und im Batteriemodus die Energiezufuhr für USB- und PCI-Geräte drosseln. Auch an der Performance haben die Entwickler gearbeitet.

Zwar ist Unity 5.0 die aktuelle Desktop-Version, doch die 5.2 wartet bereits in den Startlöchern. Bei Unity gibt es einige Verbesserungen, zum Beispiel bei den Overlay-Scroll-Balken. Mit kurzen Klicks auf den oberen und unteren Bereich des Buttons manövriert man durch lange Listen. Der Button oben im Launcher ruft das Dash auf. Trotz der zahlreichen Linsen, die es mittlerweile gibt (es sind etwa 50), bietet Unity standardmäßig weiterhin nur die Linsen für Dateien, Anwendungen und Musik an. Die lassen sich über den unteren Bereich des Dash erreichen, aber auch über einen Rechtsklick auf das Dash-Icon im Launcher. Auch Nautilus verfügt nun über eine eigene Quicklist, die zahlreiche Einträge mitbringt.

Beim Start einer Anwendung, taucht nun auch kurz das zugehörige globale Menü auf. Ob das die nötige Aufmerksamkeit erregt, sei dahingestellt. Das neue HUD (Head-up-Display) ist noch nicht in Unity integriert, es lässt sich aber nachinstallieren.

Bei den Anwendungen trifft man bei einer Neuinstallation alte Bekannt: Rhythmbox ist nach einem kurzen Gastspiel von Banshee wieder an Bord, allerdings ohne Integration des Music Store. Die wird nachgereicht, sobald der Store auf GTK 3 portiert wurde. Libre Office liegt in Version 3.5 Beta 2 vor. Im Writer fällt auf, dass die Seitenlinien nicht mehr auftauchen: Ein halbes Fadenkreuz oben und unten im Dokument deutet den Verlauf an. In Nautilus verschwindet leider die praktische Brotkrumensteuerung, wenn der Nutzer den Bildschirm halbiert und einen entfernten Server anwählt. Das erschwert das Manövrieren, könnte aber auch ein Bug oder ein fehlendes Feature sein. Die Diagrammsoftware Dia verknüpft nun den Werkzeugkasten mit der Arbeitsfläche – das ist eine Verbesserung. Ein weiterer Fortschritt: Das Software-Center installiert mit einer neuen Software automatisch die passende Spracheinstellung – wenn sie denn vorhanden ist.

Wer eine der Alpha-Versionen herunterladen will, wird auf Canonicals offiziellen Servern fündig.

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