Der Laptop-Hersteller Tuxedo beendet nach 18 Monaten die Entwicklung eines ARM-Notebooks mit einem Snapdragon X Elite SoC von Qualcomm. Das entsprechende Projekt liegt allerdings erst einmal nur auf Eis.
Dazu haben laut Tuxedo vor allem mehrere technische Hürden geführt. Unter anderem hätten sich keine langen Akkulaufzeiten unter Linux erzielen lassen – für genau die ist jedoch die ARM-Plattform bekannt. Hinzu kommt, dass sich der Lüfter nicht kontrollieren lässt.
Des Weiteren gibt es derzeit unter Linux keinen praktikablen Weg, um BIOS-Updates einzuspielen. Hohe Transferraten über den USB 4.0 sind mit der geplanten Hardware ebenso unerreichbar, wie eine Virtualisierung über KVM. Die hardwarebeschleunigte Video-Wiedergabe würde zwar prinzipiell funktionieren, viele Anwendungen unterstützen dies jedoch schlichtweg nicht. Selbst wenn Tuxedo weitere Monate Arbeit investieren würde, wäre eine Lösung der Probleme nicht garantiert.
Der Snapdragon X Elite alias X1E hat zudem bereits zwei Jahre auf dem Buckel – in der Computerwelt eine extrem lange Zeit. Sein Nachfolger Snapdragon X2 Elite (X2E) steht seit September in den Startlöchern und soll in der ersten Hälfte 2026 erscheinen.
Dessen Linux-Qualitäten will Tuxedo weiterhin im Auge behalten. Sofern er das freie Betriebssystem besser unterstützt als der X1E und das Unternehmen aus Augsburg seine bisherige Arbeit leicht auf den neuen SoC adaptieren kann, würde das Projekt wieder neu aufgenommen.
Tuxedos Arbeit ist allerdings nicht ganz verloren: Den entwickelten Device Tree reicht Tuxedo an das Kernel-Projekt weiter. Auf diese Weise verbessert Tuxedo nebenbei die Unterstützung des Linux-Kernels für andere ähnliche ARM-Systeme – Tuxedo nennt als Beispiel den Medion SUPRCHRGD.
An einem ARM-Laptop mit Snapdragon X Elite hat Tuxedo nicht alleine, sondern zusammen mit dem ARM-Spezialisten Linaro gearbeitet.





