Prof. Dr. Helmut Krcmar von der TU München übt fachliche Kritik an der von Microsoft beauftragten Studie zur Münchner Linux-Migration.
Nach dem Studium der online verfügbaren Zusammenfassung (PDF-Dokument) der von Hewlett-Packard erstellten Studie schreibt der Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an das Linux-Magazin, sie “enthält keine Management Summary, in der zentrale Fragestellungen ausdrücklich aufgeführt werden. Auch die Beauftragung durch einen möglichen Auftraggeber wird nicht erwähnt.”
Die größte Aufmerksamkeit in den Medien hat Kapitel 3 des Werks erfahren. Sie vergleicht den monetären Aspekt der Münchner Migration auf Linux und die freie Bürosuite Open Office mit einem “Vergleichsprojekt mit Windows XP und Office 2003” (Kap 3.2, S. 13ff). Prof. Krcmar kritisiert hier, dass der Studienautor “Projekterfahrungen aus vergleichbaren Projekten von HP” (S. 11) als Vergleich heranzieht. Krcmar: “In der Wissenschaft entspricht die Absicherung von Quellen und Daten durch ‘erfahrungsgemäß’ nicht den Standards von Rigorosität”. Die nicht dargelegten Details bei der Kostenberechnung machten zudem das Nachvollziehen schwer. Das Fazit des Professors: “Schon aus diesen beiden Gründen kann auf der Basis des vorliegenden Textes die Studie nicht als wissenschaftlich bezeichnet werden.”




Ich kann der Analyse ebenfalls wenig abgewinnen, allerdings weniger wegen der fehlenden Aufschlüsselung und wirtschaftlicher Darstellungen.Besonders interessant ist hier die Tabelle auf Seite 16, wo der Ressourcen-Bedarf der einzelnen Varianten gegenübergestellt wird und Windows XP natürlich am besten abschneidet.Die Frage, die sich mir stellt ist nur, ob Windows XP tatsächlich mit 128MB RAM und einem 300MHz Prozessor (das steht “empfohlen”) besser läuft, als ein Ubuntu => weil hier wird laut Tabelle 4x soviel RAM notwendig. Dass ein “abgespecktes” Ubuntu ebenfalls mit 128GB Ram locker laufen würde, ist hier nicht mal als Option erwähnt.Zugestanden – er verweist darauf, dass je nach… Mehr »