Triplecheck will mit SPDX Lizenzen checken

Prototyp von Triplecheck (Quelle: http://www.triplecheck.de)

Triplecheck ist eine freie Software mit grafischer Oberfläche, die zukünftig der Analyse von Software Compliance dienen soll. Sie liest und erstellt SPDX-Dokumente, und ihr Entwickler will sie auf der Fosdem vorstellen.

Durch den Einsatz einer freien Lizenz möchten Open-Source-Entwickler in der Regel sicherstellen, dass ihr Code möglichst vielen Menschen und der Gemeinschaft nützt und – falls das Copyleft-Prinzip greift – Änderungen an diesem Code auch wieder anderen zur Verfügung stehen. Nun ist es nicht so, dass nur eine Lizenz existiert, es sind Dutzende, Hunderte. Diese verteilen sich wiederum auf Tausende von Projekten, die in auf Sourceforge, Github, Freshmeat oder in zahlreichen weiteren Softwaresammlungen schlummern.

In einem Großprojekt, dass Hunderte von freien Bibliotheken verwendet, geht schnell der Überblick verloren, welche Lizenzen genau im Einsatz sind. Das dürfte der Rechtsabteilung Magenbeschwerden verursachen, denn möglicherweise eignen sich einige der Lizenzen nicht für den angestrebten Zweck, weil Copyleft zum Beispiel nicht in jedem Bereich erwünscht ist. Hier sollen nun zukünftig das erwähnte Triplecheck und die SPDX-Spezifikation (Software Package Data Exchange) in die Bresche springen.

Erdacht auf dem Linux Collaboration Summit 2010 und unterstützt von der Linux Foundation soll die SPDX-Spezifikation das Verwalten der zahlreichen Lizenzen vereinfachen (Linux-Magazin berichtete). Eine fest definierte Liste freier Lizenzen, deren maschinenlesbare Einbettungen in Quellcode und der Einsatz von bestimmten Tags und Formate sollen dabei helfen, Schneisen in den Lizenzdschungel zu schlagen. Aktuell ist Version 1.2 der Spezifikation. Triplecheck, das unter der European Public License (EUPL) steht, implementiert die Spezifikation nun in einer Software mit grafischer Oberfläche.

Auf der Fosdem-Konferenz, die Anfang Februar in Brüssel stattfindet, soll die Software einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Noch steht der Quellcode nicht online, die Software lässt sich aber per Mail anfordern. Das Tool zeigt, welche Quellcode-Dateien überhaupt Lizenzinformationen besitzen (es gibt eine riesige Anzahl von Quellcode ohne Lizenzinformationen) und welche Komponenten von Drittanbietern zum Einsatz kommen, auf die die Software zugreift, etwa Icons und Bibliotheken. Daneben lässt die Software ihre Anwender SPDX-Dokumente mit Hilfe eines grafischen Editors bearbeiten.

Prototyp von Triplecheck (Quelle: http://www.triplecheck.de)

Prototyp von Triplecheck (Quelle: http://www.triplecheck.de)

Triplecheck ist in Java geschrieben, läuft plattformübergreifend, braucht keine Datenbank, lässt sich aber erweitern und benötigt keine Installation. Der Quellcode soll im Januar nach Abschluss der Beta-Testphase online gehen. Weitere Details liefert die Webseite von Triplecheck, Autor der Software ist Nuno Brito, ein Ingenieur aus Darmstadt mit dem Spezialgebiet Compliance.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Marc Vloemans
8 Jahre her

Das macht neugierig!

Nach oben