Das Live-System Tails zum anonymen Surfen im Internet aktualisiert den mitgelieferten Browser und den Kernel. Darüber hinaus haben die Entwickler den sogenannten “Unsafe Browser” deaktiviert.
Dieser leitet den Verkehr nicht wie der standardmäßig verwendete Tor Browser über das Tor-Netzwerk, sondern kommuniziert direkt mit dem Internet. Das ist beispielsweise in vielen Hotels notwendig, bei denen die Anwender zunächst über ein sogenanntes Captive Portal den eigentlichen Zugang zum Internet freischalten müssen.
Angreifer könnten jedoch in einer anderen Tails-Anwendung eine (in der Zukunft neu entdeckte) Sicherheitslücke ausnutzen, um darüber einen unsichtbaren beziehungsweise im Hintergrund laufenden Unsafe Browser zu starten. Dieser könnte dann wiederum die tatsächliche IP-Adresse des Systems an den Angreifer schicken.
Als Beispiel nennen die Tails-Entwickler eine manipulierte E-Mail, deren Schadcode der Anwender in Thunderbird beim Öffnen der E-Mail startet. Zwar erscheint ein solcher Angriff recht unwahrscheinlich, sicherheitshalber deaktiviert Tails 4.8 jedoch den Unsafe Browser.
Anwender können den Unsafe Browser jedoch beim Start im Welcome Screen unter den weiteren Einstellungen (hinter dem Plus-Symbol) weiterhin aktivieren. Den Einsatz des Browsers empfiehlt das Tails-Team jedoch nur, um sich in ein Captive Portal einzuloggen. Wer den Unsafe Browser verwendet, sollte zudem unbedingt immer die aktuellste Tails-Version einsetzen.
Der Persistent Store merkt sich ab sofort auch die Einstellungen des Welcome Screen. Nutzer müssen sie somit nach einem Neustart des Systems nicht erneut vornehmen. Dieses Feature befindet sich laut den Entwicklern aber noch im Beta-Stadium. Zudem speichert der Persistent Store im Moment nur die Einstellung zur Aktivierung des Unsafe Browsers. Die übrigen Einstellungen soll sich erst das kommende Tails 4.9 merken.
Der Tor Browser liegt jetzt in Version 9.5.1 vor, das E-Mail-Programm Thunderbird meldet sich in Version 68.0.9. Der Linux-Kernel kommt in Version 5.6.0 zum Einsatz, wodurch Tails viele weitere und vor allem aktuellere Hardware-Komponenten unterstützt.
Abschließend haben die Entwickler zahlreiche Fehler korrigiert und Sicherheitslücken geschlossen. Bestehende Anwender sollten daher möglichst schnell auf die neue Version aktualisieren. Sämtliche Änderungen fasst die offizielle Ankündigung zusammen.



