Der Systemd-Richtungsstreit und allgemeiner Stress haben im Debian-Projekt zu weiteren persönlichen Rückzügen geführt.
Unter anderem gibt der Systemd-Maintainer Tollef Fog Heen seinen Job ab. Er gibt in seinem Blog an, die Verschwörungstheorien und Beleidigungen rund um Systemd seien ihm zu viel, obwohl er in den 14 Jahren als Debian-Entwickler schon einiges erlebt habe. Er werde aber nicht sämtliche Debian-Projekte verlassen.
Russ Allbery verlässt das Debian Technical Committee (TC), weil seine Arbeit dort mehr Zeit beanspruche als sie vom Konzept her sollte. Zugleich bereite sie ihm wenig Freude, schrieb er auf der Devel-Mailingliste. Die Entscheidungen anzukündigen, erfordere inzwischen wesentlich mehr diplomatisches Fingerspitzengefühl, als es seine mentalen und emotionalen Ressourcen zulassen.
Noch vor Russ Allberry kündigte Debian- und Ubuntu-Entwickler Colin Watson seinen Rückzug aus dem TC an. Watson erklärte auf der CTTE-Mailingliste, sein Schritt habe nichts mit den Querelen rund um Systemd zu tun, er wolle vielmehr einen Burnout vermeiden und fände die Arbeit an Debian eher als stressend. Ende Oktober hatte er ebenfalls seinen Rückzug aus seinem bisherigen Aufgabenbereich im Ubuntu-Projekt angekündigt. Damals schrieb er allerdings noch, er wolle seine Debian-Verpflichtungen aufrecht erhalten.



