Susecon14: Suse Storage Server bringt Enterprise-Level-Ceph

Analysten sehen großes Potenzial im Bereich Software-basierten Storages, und vor allem Open-Source soll da teilhaben. Bis zu 8 Millarden Dollar locken, und Suse zieht nach: Nach Red Hat bieten auch der grüne Distributor einen eigenen Storage-Server als Produkt an.

Auf 40 Zettabyte sollen die digitalen Daten aller Menschen bis im Jahr 2020 angewachsen sein. Das, so Analysten, sei 57mal mehr, als es Sandkörner auf allen Stränden dieses Planeten zusammen gebe. Allerdings seien durchschnittlich (laut IDC) 60 Prozent Duplikate. Immer noch eine unvorstellbar große Menge, meint Larry Morris, bei Suse zuständig für das neue Produkt Suse Storage Server. Nicht nur der ehemalige HP-Manager hält den Bereich des Open-Source-Software-basierten Storages für einen lukrativen Markt, auch für Suse.

Larry Morris (Suse) auf der Susecon 2014.

Larry Morris (Suse) auf der Susecon 2014.

In seinen Workshops auf der Susecon14 stellte er das auf SLES (11 und 12) aufsetzende Storage-Werkzeug vor, das seiner Meinung nach genau zum rechten Zeitpunkt kommt. “Ceph ist ausgereift, das ist ja schon 10 Jahre alt.”, erklärt er im Gespräch mit dem Linux-Magazin. Und dass Red Hat – wie bei manch anderem Projekt auch – die Hand im Spiel hat, beziehungsweise auf den Markenrechten, sieht er nicht als kritisch an: “Da sind jetzt schon zu viele große Firmen auf dem Zug, einen Rückzieher kann man sich da nicht mehr leisten, und das will sicher auch niemand.” Damit hat er sicher Recht: Red Hat könnte sicher nur mit großem Gesichtsverlust in der Community verhindern, dass auch Konkurrenten den Speicherkraken verwenden. Außerdem erinnern auf der Susecon selbst zahlreiche Suse-Mitarbeiter an das stets faire Verhalten von Red Hat gegenüber der Community. 

Software-basierter Storage

Suses Ceph-Produkt kommt als Object Store, ohne Hardware, als reines Software-Produkt. Hardware-Partner sollen folgen, hofft man in Nürnberg offensichtlich, vorweisen kann man aber noch keine.

Preis und Leistung dagegen sind konkurrenzfähig: Die Installation ist simpel, die Datenspeicher hot-swappable, das Produkt kann einfach Clouddienste wie Open Stack Swift oder Amazons AWS per RESTful API einbinden, verwalten und monitoren. Das Web-GUI Calamari verwaltet die Object Stores, Monitoring ist ebenfalls eingebaut. Ein vorkonfiguriertes Ceph organisiert die Datenspeicher und kümmert sich um alles, wenn einer davon ausfällt. Das funktioniert vollautomatisch, wie die Suse-Mitarbeiter am Stand im Showcase-Room zeigten. Der Admin muss so nur noch kaputte Festplatten wechseln, wenn ihn das Monitoring auffordert – wie bei derartigen Produkten üblich.

Vor allem preislich will Suse  der Konkurrenz Dampf machen: Ab 5000 Dollar gibt es 36 TByte Speichervolumen, plus 1499 Dollar pro Server-Socket-Paar. Das bedeutet: Ab 6500 Dollar geht’s quasi los, ein größeres Setup mit 250 TByte und 10 Servern liegt bei ca. 50000 Dollar. Weil das dann weniger als 0,017 Dollar pro GByte und Monat sind, sei man ungefähr 40% billiger als Konkurrenten, die nicht auf Software-basierten Storage setzen, erklärt Morris.

Kampfpreis?

Auf der Roadmap des Suse Storage Servers stehen integrierte Deduplikation, Backup und Tools fürs Compliance-Archiv. Er steht ab sofort mit Ceph Firefly als Beta zur Verfügung, ab Februar 2015 soll die stabile Version erhältlich sein. Die im dritten Quartal 2015 erscheinende Version 2.0 soll dann auf Ceph Hammer setzen.

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