In den USA muss Lenovo laut einem Gerichtsprozess Millionen US-Dollar an Kunden zahlen. 2014 hat das Unternehmen auf seinen Windows-Laptops eine Adware namens Visual Discovery oder Superfish vorinstalliert.
Die Firma mit Hauptsitz in Peking hat laut dem Blog Hackread eine Sammelklage vor einem kalifornischen Gericht verloren und muss den Betroffenen eine Entschädigung in Höhe von 7,3 Millionen US-Dollar zahlen. Auch der Hersteller von Visual Discovery muss eine Million Dollar beisteuern. Im letzten Jahr hatte Lenovo bereits 3,5 Millionen US-Dollar an die amerikanische Handelsaufsicht, die Federal Trade Commission, gezahlt.
Die 2014 auf 750 000 ausgelieferten Windows-Systemen vorinstallierte Software Visual Discovery oder Superfish hatte es ermöglicht, Suchergebnisse von Google mit eigenen Anzeigen anzureichern. Dazu hatte die Software ein gefälschtes Root-Zertifikat für den Browser installiert. Das machte zugleich sichere Internetverbindungen anfällig für Man-in-the-Middle-Angriffe.
Besondere Einsicht zeigte Lenovo auch im Nachhinein nicht. 2015 hatte das Unternehmen noch alle Vorwürfe dementiert. Auch die spätere Strafzahlung betrachtete Lenovo nicht als Schuldeingeständnis. Man wolle die Sache “nur abschließen”, schrieb das Unternehmen 2017 in einer Mitteilung angesichts der FTC-Strafe. Dem Unternehmen seien keine Exploits der selbst geschaffenen Sicherheitslücke bekannt. Immerhin hatte der Technikchef Peter Hortensius 2015 eingeräumt, dass man solche Software nicht auf dem System haben wolle.



