Das klassische Geschäft mit High-End-Infrastruktur beschert Sun sinkende Umsätze. In München hat das Unternehmen die Geschäftszahlen präsentiert sowie einen Ausblick auf den Cebit-Auftritt gegeben.
Im Vergleich der zweiten Quartale der Finanzjahre 2008 und 2009 ging beispielsweise das Segment der Enterprise-Server fast um ein Drittel zurück. Etwas weniger heftig, aber dennoch deutlich sind auch die Einbußen bei Diskarrays (-5 Prozent), Bandlaufwerken (-13 Prozent) und anderen Speichersystemen (-54 Prozent) sowie bei Dienstleistungen (-9 Prozent), die an diese hergebrachten Geschäftsfelder gebunden waren.
Dass man in Heimstetten mit den aktuellen Zahlen dennoch nicht unzufrieden ist, liegt an gegenläufigen Trends, denen man das Potenzial zutraut, die Verluste zu begrenzen und in Zukunft mehr als zu kompensieren. Erstmals gab es recht detaillierte Zahlen zum Quartalsvergleich. Das sind im Hardwarebereich insbesondere die Chip Multithreaded Server mit Sparc-CPUs unter Solaris, die wegen ihrer hohen Parallelverarbeitungskapazität etwa im Web-Umfeld gefragt sind. Ein weiterer Umsatzbringer ist nach wie vor auch die x86-Architektur in kleineren und mittleren Servern oder das Thema Virtualisierung, das Sun gleich mit mehreren Technologien angeht. Daneben konnten die Softwareumsätze mit Plus 21 Prozent aktuell ein Highlight setzen und hier wieder sorgt explizit Suns Open-Source-Angebot für beruhigend schwarze Zahlen: Beispielsweise MySQL mit +55 Prozent Wachstum oder Java mit +47 Prozent.
Entsprechend wird Sun auch seinen Cebit-Auftritt ganz auf das Wachstumssegment freie Produkte fokussieren. So präsentiert man beispielsweise neue Storagesysteme aus Standardkomponenten, mit einem freien Betriebssystem und offenen Protokollen, denen der Hersteller nachsagt, sie könnten drei Viertel der Kosten sparen. MySQL wird einen Schwerpunkt bilden, ebenso Java, Netbeans, Developer-Tools und der Application-Server Glassfish, die alle unter einer Open Source Lizenz stehen. Das freie Open Office wird auf der Messe zu sehen sein, genauso Virtualbox, dass auch in Anwendungen für die Desktopvirtualisierung demonstriert wird, bei denen es mit Suns Thin Clients (Sun Ray) Hand in Hand arbeitet.
Neben dieser Präsentation in der Open-Source-Halle 6 wird Sun auch in Halle 8 zum Thema Green IT beitragen. Hier etwa wieder mit schlanken Clients, stromsparenden Servern oder einem Programm zur Optimierung von Rechenzentren (Sun Eco Services).



