Sun Microsystems veröffentlicht die Codebasis für seine Plattform UltraSPARC T2 unter der GPL und will die Entwicklung mit zwei Projekten vorantreiben: Die Entwickler können auf Fördergelder hoffen und amerikanische Universitäten sollen beim Chipdesign helfen
Unter dem Namen OpenSPARC T2 Processor steht der Code für den Prozessor mit acht Kernen zur Verfügung, konzipiert für Suns hauseigenes Betriebssystem Solaris 10. Der UltraSPARC-Prozessor liefert ein 64-Wege-System auf einem einzelnen Chip, inklusive Systemvirtualisierung. Mit der Freigabe des Quellcodes setzt das Unternehmen eine Strategie fort, die im März 2006 mit der Veröffentlichung des Codes für den Vorgänger UltraSPARC T1 begonnen hatte. Dass der Code seitdem mehr als 6500mal heruntergeladen wurde, wertet das Unternehmen als Zeichen für die zunehmende Verbreitung im Markt. Die Entscheidung war bei Sun seinerzeit umstritten, wie Suns Vizepräsident David Yen berichtet. Das hat sich geändert: “Mit T2 war keine Diskussion verbunden”, meint er. “Wir haben gesehen, welchen Erfolg wir damit hatten, die Hardwarequellen freizugeben und welches Interesse wir bei Entwicklern, Hochschulen und in Kundenkreisen hervorgerufen haben.” Damit erfüllt Sun eine wesentliche Forderung einiger Open-Source-Programmierer, allen voran Theo de Raadt, OpenBSD-Projektleiter. Der streitbare Entwickler vertritt die Meinung, dass Hersteller ihre Treiber grundsätzlich als Open Source zugänglich machen sollten, um Programmierern die Arbeit zu erleichtern und die Systemsicherheit zu erhöhen (Linux-Magazin Online berichtete).
Sun Microsystems sieht seine Strategie durch die größere Verbreitung im Markt bestätigt, und verkündet gleichzeitig weitere Maßnahmen, um UltraSPARC voranzutreiben. Zum einen will der Konzern mit fünf amerikanischen Universitäten im OpenSPARC Technology Center of Excellence zusammenarbeiten. Die Hochschulen verpflichten sich zunächst für zwei Jahre, am Chip-Design mitzuarbeiten und in Studentenprojekten Suns Chip Multi-Threading (CMT)-Design weiter zu entwickeln. Als zweite Maßnahme setzt Sun Microsystems die OpenSPARC Community mit auf seine Liste der förderwürdigen Open-Source-Projekte. Vor kurzem hatte das Unternehmen das mehrjährige Förderprogramm für Community-Programmierer in Sun-Projekten ins Leben gerufen, mit Preisgeldern in Höhe von “mindestens” einer Million US-Dollar (Linux-Magazin Online berichtete). Die für 2008 benannten Projekte GlassFish, NetBeans, OpenIDK, OpenOffice.org, OpenSolaris und OpenSPARC wollen die Details hierzu Mitte Januar bekanntgeben.



