Speck fliegt aus dem Kernel

Mit Speck wollte Google ursprünglich den Speicher von Low-End-Android-Smartphones verschlüsseln. Laut der Website Phoronix fliegt die umstrittene Verschlüsselung nun doch aus dem Kernel.

Zu den Geräten, auf denen Speck ursprünglich zum Einsatz kommen sollte, zählt das Android Go, ein absolutes Low-End-Gerät für Entwicklungsländer. Diese Geräte verwenden ältere CPUs wie den ARM Cortex-A7, der ohne die ab ARMv8 verwendeten Kryptoerweiterungen zum Einsatz kommen. Für AES-XTS sind diese CPUs zu schwach, daher fiel die Wahl auf das von der NSA entwickelte und umstrittene Speck. Einige Entwickler glauben, dass Speck eine Hintertür enthält. Die NSA veröffentlichte wohl auch nicht alle nötigen Informationen, um das Gegenteil zu belegen.

Speck-Support landete über Eric Biggers in der Kernelversion 4.17, die 4.18 ergänzte den Fscrypt-Support. Doch bereits Anfang August schlug Eric Biggers auf der Kernel-Mailingliste mit Hpolyc einen Ersatz für Speck vor. Google würde dann nicht mehr auf Speck im Kernel bestehen. Hpolyc sei ein Konstrukt, dass es sicher mache, die Chacha-Sream-Cipher für die Speicherverschlüsselung zu verwenden. Details liefert seine Ankündigung.

Patch beim Maintainer

Wireguard-Autor Jason A. Donenfeld schickte daher Anfang August ein Patch, das Speck aus dem Kernel entfernen würde. Doch das passierte laut Phoronix zunächst nicht. Nach einer Weile der Funkstille übernahm Herbert Xu, Maintainer für das Crypto-Subsystem, gestern dieses Patch in seinen Entwicklungszweig. Somit besteht die Chance, dass Speck ab Version 4.20 wieder aus dem Kernel verschwindet.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben