Software Freedom Conservancy ruft zu Github-Boykott auf

Die Software Freedom Conservancy (SFC) befasst sich als gemeinnützige Organisation mit allen Themen rund um eine ethische Technologie. Nun hat die SFC Entwickler von freier Software aufgerufen, Github zu verlassen, den zu Microsoft gehörenden proprietären Anbieter von Code-Hosting.

Die beiden SFC-Aktivisten Denver Gingerich und Bradley M. Kuhn berichten in einem Artikel darüber, dass Github sich in den letzten zehn Jahren zur dominierenden Plattform für die FOSS-Entwicklung entwickelt habe. Dies habe Github erreicht, indem es für die bestehende Git-Technologie eine Benutzeroberfläche und Funktionen zur sozialen Interaktion geschaffen habe. „Sie haben uns davon überzeugt, die Schaffung eines proprietären Systems, das FOSS ausnutzt, zu fördern und sogar dabei zu helfen“, schreiben Gingerich und Kuhn.

Dass Github immer wieder als guter Akteur dastehe, weil sie auf ihre Großzügigkeit bei der Bereitstellung von Dienstleistungen für viele FOSS-Bestrebungen verweisen können, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen dass die Lehre aus den vielen kostenlosen Angeboten in Big Tech laute: Wenn du nicht der Kunde bist, bist du das Produkt. Und die FOSS-Entwicklungsmethodik sei das Produkt von Github, das mit aktiver – wenn auch oft unwissentlichen – Hilfe proprietär gemacht und neu verpackt worden sei.

Die beiden Aktivisten machen ihren Aufruf an OSS-Entwickler, Github zu verlassen, an der jüngst eingeführten Copilot-Funktion fest. Copilot ermöglicht ein KI-gestütztes Entwickeln von Software, dass den frei verfügbaren Code von einer Unmenge von Open-Source-Projekten als Trainingsdatenbank und für Code-Vorschläge verwendet. Für die SFC ist das ein Verstoß gegen die Open Source Lizenzen. Auch die FSF wittert Urheberrechtsverletzungen

Man versuche über die Verwendung von Code für Copilot seit einem Jahr Antworten von Microsoft zu bekommen, ohne Ergebnis, schreiben die beiden. Die Weigerung von Microsoft und GitHub, zu antworten, könne man als eine eigene Antwort verstehen. Man habe bereits vor 20 Jahren mit dem damals populärsten Code-Hosting-Dienst Sourceforge erlebt, wie schnell eine vollständig freie und offene Quellcode-Website, ihren gesamten Code proprietär gemacht habe- um ihn nie wieder zu FOSS zu machen. Wichtige FOSS-Projekte hätten dann Sourceforge nach und nach verlassen, da es nun selbst ein proprietäres System war.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
3 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Anonymous
4 Jahre her

gäbe es eine Alternative Github-Platform, hätte man was wo man drauf ausweichen könnte.. wie zum Beispiel eine GPLHub oder sowas.. Aber so lang so was nicht gibt.. können die mit Ihrem aufbegehren schreien wie’ se wollen.. Github bleibt bestehen.. denn Boykottieren können nur die, die so was in der Gruppe mittels ihrem account und Software machen können.. die Anderen sind nur reine Dummschwätzer und nerfende Problem/Issue Erzeuger… die selber nichts auf die Reihe bekommen, sonnst würden sie nicht so laut quaken ohne was selber in der Hinterhand zu haben.. Einen GPLHub hinstellen, den Hintergrund und Daten offen Darlegen von GPLHub,… Mehr »

Nicolas
3 Jahre her
Reply to  Anonymous

Töte nicht den Boten

TallySavalas
3 Jahre her
Reply to  Anonymous

@Anonymous
Sie sind hier der größte Dummschwätzer. Es gibt keine Alternative zu GitHub??? Selten so gelacht – seit wann entwickeln Sie denn?

Nach oben