Schwachstelle in Glibc ermöglicht Root-Rechte

Im dynamische Lader der GNU C-Bibliothek (Glibc) steckt eine Schwachstelle, die sich lokal ausnutzen lässt, um sich Root-Rechte zu verschaffen.

Aufgedeckt haben die Schwachstelle die Experten von Qualys. Deren Meldung zufolge besteht die Sicherheitslücke in einem Pufferüberlauf in der Verarbeitung der Umgebungsvariablen GLIBC_TUNABLES durch den dynamischen Lader. Diese Sicherheitslücke sei bereits im April 2021 (Glibc 2.34) durch Commit 2ed18c eingeführt worden, heißt es weiter.

Der dynamic Loader von Glibc finde und lade shared libraries, die von einem Programm benötigt werden, bereite das Programm zur Ausführung vor und führt es dann aus, berichten die Experten. Der dynamische Lader sei extrem sicherheitsrelevant, da sein Code mit erhöhten Rechten ausgeführt werde, wenn ein lokaler Benutzer etwa ein Programm mit gesetzter Benutzer-ID ausführe.

Den Forschern ist es gelungen, die Sicherheitslücke erfolgreich auszunutzen und volle Root-Rechte auf den Standardinstallationen von Fedora 37 und 38, Ubuntu 22.04 und 23.04, Debian 12 und 13 zu erlangen. Andere Distributionen seien wahrscheinlich auch anfällig. Eine Ausnahme stelle Alpine Linux dar, das Musl Libc verwende und nicht die Glibc.

Die Experten wollen laut der Meldung den Exploit vorerst nicht veröffentlichen. Die Distributionen haben begonnen, Updates bereitzustellen.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben