Samsung veröffentlicht den Prototypen einer Key-Value-SSD, der einer kürzlich von der Storage-Industrie entwickelten Spezifikation für Key-Value-Storage folgt.
Key-Value-Datenbanken ermöglichen einen hohen Datendurchsatz, kommen aber in der Regel eher als Software zum Zug. Redis ist eine beliebte Key-Value-Datenbank, die im Arbeitsspeicher residiert. Andere Beispiele wären Apache Ignite oder Memcached, auch Etcd speichert und verteilt Schlüssel und Werte.
Anders als herkömmliche SSDs verwendet die Schnittstelle für die Key-Value-SSD keine logische Blockadressierung und feste Blockgrößen, sondern variable Schlüssel und Werte. Damit bietet Samsungs SSD eine ergänzende Hardware- zu den vorhandenen Softwarelösungen. Neben einer Samsung-eigenen folgen die KV-SSDs auch einer kürzlich von der SNIA (Storage Networking Industry Association) beschlossenen Spezifikation: Dem Key Value Storage API 1.0.
KV-SSDs sollen besser skalieren
Samsung arbeitet bereits länger an der Hardware, die wesentlich schneller arbeiten soll als herkömmliche SSDs und klassische Festplatten. Denn bei diesen muss das System die Daten aufgrund der erwähnten Blockadressierung zunächst konvertieren, bevor Anwendungen sie auf die Platte schieben können. Das brauche laut Samsung Zeit. Die Systeme kommen zudem der wachsenden Performance von SSDs nicht mehr hinterher, und brauchten zum Skalieren bei vielen SSDs zu viele Ressourcen: mehr CPU-Kerne und eine höhere CPU Clock Speed.
Das sei mit den KV-SSDs nicht mehr nötig, die eine lineare Performance bieten und die aufwändige Garbage Collection etwa auf der Hardware selbst erledigen. Dabei setzen die KV-SSD auf gängige SSD-Hardware, die Samsung um einen softwarebasierten Flash Translation Layer (FTL) erweitert. Die neuen SSDs reagieren laut Samsung [PDF] wesentlich schneller auf Datenanfragen und beanspruchen die Host-Software nur minimal. Passende Open-Source-Bibliotheken und -Treiber hat Samsung selbst entwickelt. Software bietet unter anderem das Open Memory Platform Development Kit (Open MPDK) an. Im nächsten Schritt will Samsung nun zusammen mit anderen Firmen das Ökosystem rund um die KV-SSDs ausbauen.



