Rust: Ergebnisse der Community-Umfrage

Die Rust-Community wertet in ihrem Blog eine jährliche Umfrage zur Programmiersprache aus. Die zeigt unter anderem, dass Rust stärker zum Einsatz kommt. Damit wird auch der Ruf nach einem GUI-Toolkit lauter.

Neu ist, dass die mittlerweile dritte Umfrage den englischsprachigen Rahmen verließ und in 14 Sprachen veröffentlicht wurde. Ein Viertel der rund 6000 Antworten kamen in anderen Sprachen zurück. Zu den Erkenntnissen gehört, dass 75 Prozent der Befragten Rust selbst verwenden (zuvor 67 Prozent), davon startete rund ein Viertel in den letzten drei Monaten vor der Umfrage.

Rust produktiv

Während 40 Prozent der Nutzer bereits nach einem Monat produktiv mit Rust arbeiten, gelingt das 70 Prozent innerhalb des ersten Jahres. Allerdings geben auch 22 Prozent an, dass ihnen ein produktives Arbeiten mit Rust nicht möglich sei, die Sprache gilt als schwierig. Knapp ein Viertel der Nutzer arbeitet aber inzwischen täglich mit Rust, ein Jahr zuvor waren es noch 17 Prozent.

Zu den besonders schwer verständlichen Konzepten gehören Macros, Ownership, Borrowing und Lifetimes, leichter tun sich die Entwickler mit dem Paketmanager Cargo und Enums. Einige Konzepte kennen sie dabei womöglich aus ihren anderen verwendeten Sprachen, zu denen Hauptsächlich Python, C, Javascript, Java und C++ gehören.

Dabei nutzen die Rust-Entwickler in der Regel wahlweise die stabile oder die Nightly-Version. Updates auf eine neue stabile Version gelingen bei rund 93 Prozent der Nutzer problemlos. Bei den 7 Prozent, bei denen Probleme bei Stable Updates auftreten, lassen die sich in der Regel eher leicht lösen. Die Installation erfolgt bei 90 Prozent aller Anwender über “rustup”, 17 Prozent verwenden den Linux-Installer, wobei Doppelnennungen möglich waren.

Linux regelt

Die Mehrheit der Nutzer (knapp 80 Prozent) entwickelt seine Rust-Programme auf Linux, Windows- und Mac-User tummeln sich in der Zone um 35 Prozent. Entsprechend ist Linux auch die hauptsächliche Target-Plattform (über 80 Prozent), gefolgt von Windows (knapp 50 Prozent) und Mac (rund 30 Prozent). Eine Besonderheit hier: Der Anteil von Webassembly als Target sei in einem Jahr von 13 auf 24 Prozent gestiegen. Vim und Microsofts quelloffenes Visual Studio Code kommen als Haupt-IDEs zum Einsatz.

Unternehmensadoption

Auch nach der Adoption in Unternehmen fragte die Umfrage. Rund 35 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Firmen Rust verwenden. 9 Prozent arbeiten Vollzeit damit, 21 Prozent teilweise. Letztes Jahr lag der kommerzielle Einsatz noch bei 21 Prozent. Zugleich geben 17 Prozent der Nutzer an, ihre Firma spiele mit der Idee, Rust zu verwenden.

Die Umfrage wollte auch wissen, warum Nutzer Rust nicht verwenden. An der Komplexität der Sprache scheint es jedenfalls nicht unbedingt zu liegen. 74 Prozent geben an, sie wollen Rust noch lernen. Dieses Grundinteresse an Rust überrascht wenig, schließlich würden sie andernfalls nicht an der Umfrage teilnehmen. Knapp die Hälfte beschäftigt sich nicht mit Rust, weil die Firma es nicht braucht. Es hilft also im professionellen Umfeld nicht weiter. Einem Viertel ist Rust tatsächlich zu schwer, 16 Prozent bemängeln den IDE-Support.

Nachgefragte Features

Auch bei den zehn stärksten Kritikpunkten, das Blog nennt sie “Challenges”, hat sich was getan: An den ersten drei Stellen stehen der Ruf nach besserem Support für Bibliotheken, einem optimierten IDE und der Wunsch einer generell breiteren Adoption der Sprache. Neu ist der Punkt “Support for GUI Development”. Offenbar wollen Nutzer mit Rust auch grafische Anwendungen bauen. Daneben forderten die Nutzer auf, mehr für Rust zu werben, die Dokumentation (für Neueinsteiger) nicht zu vernachlässigen und die Developer-Tools zu verbessern.

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