Unter den schnellsten Rechnern der Welt ist keiner mehr, der nicht unter Linux läuft.
Die gesamte neueste Top-500-Liste weist Linux als Betriebssystem aus, das meldet t3n letzte Woche. Diese Dominanz kommt nicht unerwartet, schon lange behaupten Linuxrechner die Spitzenpositionen unter den Supercomputern. Nun aber ist der Triumph perfekt.
Andere Verschiebungen in diesem Ranking sind überraschender. So verlieren die USA, die jahrzehntelang die Bestenliste angeführt hatten, seit einiger Zeit immer mehr an Boden. Im November 2017 sind sie nun erstmals weder auf den Medaillenränngen der Schnellsten vertreten, noch behaupten sie ihren Spitzenplatz bei der Anzahl der Boliden im Land. In beiden Disziplinen führt nun China: Zum einen mit dem weltschnellsten Rechner Sunway Taihu Light, der es mit 10 649 600 Kernen auf bis zu 93 PFlops/s bringt (USA erst auf Platz 5), zum anderen mit 202 Rechnern in den Top 500 (USA nur noch 144, so wenige waren es noch nie). Auch auf dem zweiten Platz auf dem Treppchen rangiert nach dem Benchmarkrennen China. Zudem konnte der chinesische Supercomputer schon zum vierten Mal in Folge gewinnen und das diesmal mit weitem Vorsprung vor dem Zweitplatzierten (33,86 PFlops). Kein Wunder also, dass China mit 35,4 Prozent auch den größten Anteil an der Gesamtperformance der Liste hält, wogegen die USA nur noch auf 29,6 Prozent kommen. Unter den Europäern ist nach der Anzahl der Systeme übrigens Deutschland der Spitzenreiter (21 Systeme), gefolgt von Frankreich (18) und England (15).
Bei all dem werden die Rechner nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite immer schneller. Der Letzte der Top-500-Liste rangierte in der vorhergehenden Ausgabe noch auf Platz 370. Und um überhaupt in die Liste zu kommen, brauchte ein Rechner diesmal 548 TFlop/s, beim letzten Mal reichten noch 433 TFlop/s. Bei den Prozessorherstellern führt schon seit langem und auch diesmal wieder Intel, bei den Rechnerherstellern ist es HPE, das von der Übernahme des ehemaligen Konkurrenten SGI profitiert.
Ein etwas anderes Bild zeigt sich beim Blick auf die Green-500-Liste, der energieeffizientesten Superrechner. Hier gehen die ersten drei Plätze alle nach Japan. Der Erstplatzierte hier bring es auf 17 GFlops/Watt – er rangiert in der tabelle der Schnellsten allerdings nur auf Rang 258.
Rück-Sichts-voll
Jens-Christoph Brendel





