Sicherheitslücke in Ubuntu Snap: Angreifer können höhere Rechte erlangen

Oliver Peters / 123rf.com

Eine neu entdeckte Sicherheitslücke betrifft mehrere Ubuntu Versionen in ihrer Standardkonfiguration. Ursache ist ein Fehler im Programm snap confine, über den lokale Angreifer ihre Rechte bis auf Root Ebene ausweiten können. Voraussetzung dafür ist allerdings bereits ein Benutzerkonto auf dem betroffenen System oder die Möglichkeit, lokalen Code auszuführen.

Die Schwachstelle steckt in snap confine, einer zentralen Komponente des Snap Paketmanagers snapd. Das Programm startet Snap Anwendungen in einer isolierten Umgebung, einer sogenannten Sandbox. Dabei kommen verschiedene
Sicherheitsmechanismen des Linux Kernels zum Einsatz, darunter Mount Namespaces, AppArmor und eine Dateisystemisolation. Sie sollen verhindern, dass Anwendungen auf Bereiche des Systems zugreifen, die außerhalb ihrer vorgesehenen Umgebung liegen.

Ausgelöst wird das Problem durch eine Ubuntu spezifische Konfiguration. Ursprünglich ist snap confine dafür ausgelegt, mithilfe des Setuid-Bits unmittelbar mit Root Rechten zu starten und diese nach Abschluss der sicherheitskritischen Initialisierung wieder abzugeben. Ubuntu verwendet stattdessen ein Set-Capabilities-Modell. Linux Capabilities zerlegen die Root-Rechte in einzelne Berechtigungen, sodass ein Prozess nur die Fähigkeiten
erhält, die er tatsächlich benötigt. Dieses Prinzip der minimalen Rechtevergabe soll die Angriffsfläche verkleinern. Im vorliegenden Fall führt die alternative Konfiguration jedoch zu einer unbeabsichtigten Sicherheitslücke.

Während der Initialisierung der Sandbox läuft snap confine zwar unter der Benutzerkennung des aufrufenden Nutzers, verfügt aber weiterhin über privilegierte Capabilities. Gleichzeitig legt das Programm temporäre Verzeichnisse unter /tmp an. Diese gehören zunächst dem unprivilegierten Nutzer und werden erst kurz darauf Root zugewiesen. In diesem Zeitfenster kann ein Angreifer die Verzeichnisstruktur manipulieren, beispielsweise durch symbolische Links oder den Austausch von Pfaden. Dadurch lässt sich der spätere Root-Prozess dazu bringen, auf vom Angreifer kontrollierte Dateien oder Verzeichnisse zuzugreifen. Gelingt dies, können die Schutzmechanismen der Sandbox umgangen und beliebiger Code mit erweiterten Rechten ausgeführt werden. Im Ergebnis ist eine vollständige lokale Privilegieneskalation bis zum Root Benutzer möglich.

Betroffen sind unter anderem Ubuntu Desktop 24.04, 25.10 und 26.04. Nach Angaben des Ubuntu Sicherheitsteams ist außerdem Ubuntu 22.04 LTS anfällig. Inzwischen stehen aktualisierte Snap Pakete bereit, die die Lücke schließen. Administratoren und Anwender sollten die verfügbaren Sicherheitsupdates daher zeitnah installieren.

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