Linux passiert zwei Meilensteine: Auf Smartphones, zumindest den neueren Galaxy-Modellen, soll es bald nicht nur in Gestalt von Android verfügbar sein, sondern in Reinform und als Desktop-Ersatz. Und die Verwaltung der italienischen Hauptstadt setzt durch, wovor München kapituliert: Mehr Linux und mehr Open Source.
Zusammen mit der Dockingstation DeX will Samsung verschiedene Linux-Distributionen direkt auf seine neueren Smartphones der Galaxy-8-Reihe bringen. Unter anderen meldet das Heise in der vergangenen Woche. Mit angeschlossenen Monitor, Tastatur und Maus wird das Telefon damit zum Desktop-Ersatz. Dabei soll das zusätzliche Linux denselben Kernel verwenden wie das installierte Android. Samsung hat dabei vor allem Entwickler im Sinn, die auf diese Weise unterwegs an ihren Projekten weiterarbeiten können. Zuhause oder im Büro angekommen, könnten sie ihr Handy in einen stationären Computer verwandeln, der sich anschließend wieder einstecken lässt, wenn man ihn aus der Dockingstaion nimmt. Derzeit befindet sich die nötige App allerdings noch in der Erprobungsphase.
Dass ein Gerätehersteller eine so innovative Lösung in Eigenregie entwickelt, ist natürlich nur mit einem freien Betriebssystem wie Linux möglich. Es unterstreicht damit einmal mehr seine Überlegenheit über proprietäre Produkte, wenn es darum geht, dass jeder damit neuartige Lösungen für seine Zwecke schaffen und vermarkten kann.
Das hat man auch in Rom begriffen. Dort macht man da weiter, wo München kläglich kapituliert: Mit mehr Open Source in der Verwaltung. Das meldete letzte Woche Pro Linux. In der italienischen Hauptstadt soll das Wirklichkeit werden, wovor man sich in München in Wehklagen flüchtet: Alle neuen Verträge mit Dienstleistern sollen diese verpflichten, wo immer möglich Alternativen zu proprietärer Software anzubieten.
Die bayerische Metropole wirft sich ja gerade wieder dem Monopolisten Microsoft an den Hals. In Rom soll das genaue Gegenteil passieren: Allen Verantwortlichen soll die Problematik eines Vendor-Lock-in gegenwärtig sein. Und das schließt durchaus auch Desktop-Software ein, von der man in München glaubt, Open-Source-Versionen führten in den Untergang. Das italienische Militär ist bereits im letzten Jahr zu Libre Office gewechselt. Auch in der hauptstädtischen Verwaltung Italiens soll nun Libre Office auf 14 000 Desktops installiert werden. So viele wie man unnötigerweise in München gerade wieder abbauen will. Das beweist: Selbstverständlich lässt sich gut mit Libre Office arbeiten, wenn man seine Zeit nicht mit Jammern vertut. Das römische Beispiel entlarvt den Münchner Rückzug als sachlich unbegründet, als Geldverschwendung, als Nebelkerze.
Faulheit ist der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit. [1]
[1] Immanuel Kant, deutscher Philosoph
Rück-Sichts-voll
Jens-Christoph Brendel






Genau der richtige Weg, den Samsung und auch Rom einschlagen.Man sieht, dass auch in München nicht mit Verstand gedacht wird, sondern mit dem Geldbeutel, den Microsoft wohl kräftig bei einigen Politikern auffüllt.Rom setzt auf Linux, weil dort eben kein Microsoft sitzt und Schwäbisch Hall hat schon seit 1997 auf Linux umgestellt. Und oh Wunder, es funktioniert problemlos, und die sparen Unsummen an Geld. Dass München eine größere Stadt ist als Schwäbisch Hall und es nur deswegen nicht funktioniert ist eine faule Ausrede.Ubuntu hat diesen Weg, mit GNU Linux auf dem Smartphone schon viel Jahre bestritten. Nur hat Canonical, die Firma… Mehr »